6. Oktober 2009, 19:05 Uhr
Religion und Gesellschaft
"Der Struwwelpeter" ist ein Buch über Kinder, die nicht brav sind, die nicht auf ihre Eltern hören und denen deshalb schlimmstes Unheil widerfährt. Käme man heutzutage auf die Idee, ein solches Buch zur Lektüre zu empfehlen, würde man rasch zu hören bekommen, das sei autoritärer Quatsch. Doch diese Geschichten unter anderem vom Peter, der sich nicht kämmen und sich die Fingernägel nicht schneiden lässt, erfreut sich auch mehr als 150 Jahre nach seinem Erscheinen noch immer weit reichender Beliebtheit. In der Sendung geht es um die ungebrochene Popularität des Struwwelpeters heute und um die Rolle von Vorbildern im Allgemeinen.
Programmtipp:Religion und Gesellschaft 06.10.09, [1:57]
Heinrich Hoffmann (1809-1894)
Der Arzt Heinrich Hoffmann würde in diesem Jahr seinen 200sten Geburtstag feiern. Er wurde weniger bekannt durch seine Tätigkeit als Psychiater als vielmehr durch seine Kinderbücher. "Der Struwwelpeter" wurde erstmals 1845 mit einer Auflage von 1500 Stück veröffentlicht. Von kaum einem anderen Stoff gibt es bis heute so viele Parodien, Bearbeitungen oder Nachdichtungen, darunter: Struwwelhitler, Struwwelliese oder Punker-Peter. In einen Beitrag von Brigitte Preissler erfahren Sie, warum der Struwwelpeter keineswegs zur so genannten "schwarzen Pädagogik" gezählt werden darf und was es für Künstler und Pädagogen noch heute reizvoll macht, den Struwwelpeter zu adaptieren.
Manuskript: "Heinrich, mir graut vor Dir!" (Brigitte Preissler) [PDF, 57 Kb]
Heinrich Hoffmann (1809-1894)
war Psychiater, Lyriker und Kinderbuchautor. Von 1851 bis zu seiner Pensionierung leitete er die Frankfurter "Anstalt für Irre und Epileptiker". Er gilt als erster Vertreter der Jugendpsychiatrie. Weltweit bekannt wurde er durch sein von ihm selbst mit Bildern ausgestattetes Kinderbuch "Der Struwwelpeter", das er zu Weihnachten 1844 für seinen ältesten Sohn schrieb.
In Deutschland ist "Der Struwwelpeter" noch immer das meistverkaufte Kinderbuch. Warum das so ist, erläutert Dieter Richter, Literaturwissenschaftler an der Uni Bremen.
Dieter Richter über "Der Struwwelpeter", [1:54]
Was sind Vorbilder? Menschen, denen man nacheifert, die man bewundert? Popmusiker? Rapper? Politiker? Vorbilder á la Rosa Luxemburg oder Karl Liebknecht, die noch in den 60er Jahren zu Ikonen stilisiert worden waren, sind passé. Stattdessen verlieren Vorbilder heutzutage an Ganzheit. Sie setzen sich wie Puzzlestücke zusammen – frei nach der berühmten Bastel-Biographie des Soziologen Ulrich Beck. Der Autor Jürgen Werth untersucht in seinem Beitrag, welche wirklichen oder fiktiven Personen sich eigentlich zum Vorbild eignen, warum Vorbilder leicht zum Mythos verkommen und warum es sich auch manchmal lohnt, keine Vorbilder zu haben.
Manuskript: "Vorbilder" (Jürgen Werth) [PDF, 56 Kb]
Redaktion und Moderation: Thorsten Jantschek
Religion und Gesellschaft
Info: Religion und Gesellschaft
![Bremer Marktplatz mit Dom [Quelle: Radio Bremen] Bremer Marktplatz mit Dom [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/religion_und_gesellschaft/info202_v-mediateaser.jpg)
Hören, wo es lang gehen kann, und erfahren, was Menschen glauben und denken, darum geht es in dieser Sendung, die im Leben so wirken soll wie ein Navigationssystem im Straßenverkehr: Orientierung stiften in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt.
Sendezeit:
Di., 19:05 - 20 Uhr
Wiederholung:
Sa. 17:05 - 18 Uhr
Essaywettbewerb: der/die/das Nächste bitte?!
Wir sind auf der Suche nach der heute gültigen Philosophie der nächsten Dinge. Schreiben Sie Ihren Essay. Über das nächste Jahrzehnt, das nächste Ziel, den nächsten Sommer. Über die Nächstenliebe oder die nächste Liebe. Oder über der/die/das Nächste bitte! Mehr...
Agenda 2010 – Was wirklich auf der Tagesordnung steht
Von Gerhard Schröder wurde die Agenda 2010 im Jahre 2003 verkündet. Jetzt gilt es darüber nachzudenken, was aus den Reformen geworden ist. In einer Essay-Reihe arbeiten Wissenschaftler und Intellektuelle also nicht nur die Schrödersche Liste ab, sondern stellen ihre zeitdiagnostischen Beobachtungen vor. Mehr...
Suche
Nordwestradio durchsuchen:
Auf schwarzen und weißen Tasten: Anna Vinnitskaya
Vor zwei Jahren gewann sie einen der schwierigsten Klavierwettbewerbe der Welt. Ihre Debüt-CD wurde 2009 für den renommierten "Midem Classical Award" nominiert. Und bei ihrem Konzert im Bremer Sendesaal begeisterte sie ihr Publikum mit Ravel. Mehr...
12. März, 20:05 Uhr | Nordwestradio
![Das Logo von Twitter [Quelle: Montage Radio Bremen] Das Logo von Twitter [Quelle: Montage Radio Bremen]](/funkhauseuropa/serien/netsurfer/netsurfer206_v-mediateaser.jpg)
Folgen Sie uns auf Twitter und bekommen Sie die aktuellsten Infos über unser Programm.
Nordwestradio-Twitter
Empfangswege und Frequenzen
Hier erfahren Sie, wie Sie das Nordwestradio hören können: über Antenne, Kabel, Satellit und im Internet. Mehr...
© Radio Bremen