13. Mai 2013, 6:50 Uhr
Kurz und gut
Mitten in der Atacama-Wüste in Chile horchen riesige Radioteleskope ins All. Die gigantischen Maschinen halten Ausschau nach fernen Galaxien. Sie arbeiten millimetergenau und liefern gestochen scharfe Bilder aus unvorstellbarer Ferne. Das habe ich in einem Videoblog gesehen.
Wissenschaftler kommen in dem Blog zu Wort. Sie sind fasziniert von ihrer Arbeit. Der Ursprung des Alls, die Geburt von Sternen – das will man erforschen. Und noch eine andere Frage, die schon seit langem die Phantasie der Menschen umtreibt: Gibt es Leben da draußen? Sind da noch andere, die dies Universum bewohnen, von denen wir nichts wissen?
Ist da Leben? Wie sieht es aus und wo kommt es her? Eine Frage, die auch mich fasziniert. Aber ich schaue dabei nicht in die Ferne. Jeden Tag begegne ich Menschen. Kindern und Erwachsenen, Fröhlichen und Trauernden.
Manchmal richte ich alle meine Sinne auf so eine Begegnung, horche und schaue aus nach dem Leben in all diesen Menschen. Kinder stecken mich oft an mit ihrer Lebendigkeit. Das macht mich froh. Alte Menschen erzählen mir ihre verwickelten Lebensgeschichten von Flucht und Entbehrung. Ich bin beeindruckt von ihrer Würde. Sterbende bitten um einen gnädigen Tod. Sie fragen nach dem, was dann kommt. Ist da noch Leben?
Kein Teleskop der Welt kann dorthin schauen, wo das Leben zu Ende ist. Erstaunlicher Weise haben wir trotzdem Worte dafür. Bilder erreichen uns aus unserer Tradition, aus unseren Schriften. Von der schönen Stadt, dem himmlischen Jerusalem spricht die Bibel. Eine Stadt ohne Tränen, in der es Heilung gibt für unsere Krankheit und Wasserströme, aus denen alle schöpfen werden und alle werden satt. Von geschenktem Leben erzählt Jesus in seinen Geschichten, von neuem Anfang und unbändiger Hoffnung.
Diese Art von Leben macht mich neugierig. Ich halte mein Ohr an diese Worte und spreche sie nach. Ich horche in die Geschichten hinein, die andere Menschen mir von sich erzählen. Ich spüre dem Leben darin nach. Ich schaue den Kindern zu.
Leben scheint mir eine Art von Energie zu sein, die uns bewegt und die uns hoffen lässt. Vor allem aber ist das Leben ein Geschenk. Wir haben es uns nicht selbst gegeben. Dass wir unter diesem Sternenhimmel leben dürfen, ist eine Gabe, für die wir nichts getan haben. Das ist Grund zum Staunen – jeden Tag.
Autorin: Inge Kuschnerus, Pastorin
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Info: Kurz und gut
![Altar in der Ostkrypta im Bremer Dom [Quelle: Radio Bremen, André Gensler] Altar in der Ostkrypta im Bremer Dom [Quelle: Radio Bremen, André Gensler]](/nordwestradio/serien/kurz_und_gut/info218_v-mediateaser.jpg)
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