23. Mai 2013, 6:50 Uhr
Kurz und gut
Pastoralreferent Andreas Egbers-Nankemann
Diese Überschrift in einer Wochenzeitung weckte vor Kurzem mein Interesse. Will sich da mal wieder jemand über sozial eingestellte und engagierte Menschen lustig machen, fragte ich mich. Gespannt las ich weiter. Der Artikel beschäftigte sich mit dem freiwilligen Engagement in der Gesellschaft. Es ging darum, dem Vorurteil zu widersprechen, die Menschen in Deutschland würden immer egoistischer und sich kaum noch für das Gemeinwohl engagieren.
Die Zeitung verweist auf die erfolgreiche Annahme des Bundesfreiwilligendienstes und auf die Ergebnisse einer Studie der Bundesregierung zum freiwilligen Engagement. Der Autor kommt zu dem Ergebnis: gerade die Zahl junger Menschen in Vereinen und Organisationen hat deutlich zugenommen.
Als hauptamtlicher Mitarbeiter einer Kirchengemeinde überrascht mich diese Studie nicht. Selbstverständlich engagieren sich in unserer Gemeinde viele Menschen aller Altersstufen für das Gemeindeleben. Einige lassen sich in die Gremien wählen, um die Geschicke der Pfarrei mit zu leiten; andere suchen sich eine oder mehrere Aufgaben aus, die sie eigenständig und mit großer Überzeugung ausüben. Neben den vielfältigen Aufgaben in den Gottesdiensten erfährt auch das soziale Engagement großen Zuspruch. Das Ehrenamt gehört für viele Christen zum Grundverständnis ihres Glaubens. Wer sich an Jesus Christus orientiert, wird selbstverständlich auch die Sorge um seine Mitmenschen kennen und den Drang verspüren, anderen Gutes zu tun.
Diese Einstellung findet sich natürlich auch in anderen Religionen und Weltanschauungen wieder.
Muss aber vor Menschen, die Gutes tun, gewarnt werden?
„Achtung Gutmenschen!“
Als Provokation ist diese Überschrift gelungen. Und gleichzeitig ärgere ich mich, dass Menschen, die sich ehrenamtlich, freiwillig für andere und für das Gemeinwohl einsetzen, mit diesem Ausdruck verspottet werden. Laut Duden ist der Gutmensch ein:
„naiver Mensch, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o. ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt.“
Diese Definition des Gutmenschen trifft überhaupt nicht auf die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu, mit denen ich zu tun habe. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Beispiel, die sich seit Monaten auf die Ferienfreizeiten unserer Gemeinde vorbereiten. Sie stellen ein zweiwöchiges Programm auf die Beine, an dem die teilnehmenden Kinder ganz sicher viel Spaß haben werden. Ganz sicher tun sie das nicht um der Political Correctness willen.
Sie erproben sich in der Rolle des verantwortlichen Gruppenleiters, freuen sich über die Gemeinschaft des Freizeiten-Teams und erleben einen Sinn in ihrem Engagement.
Ein guter Mensch ist ein Mensch, der Gutes tut; ein Vorbild, dem ich gern mit Respekt und Anerkennung begegne.
Autor: Andreas Egbers-Nankemann,
Pastoralreferent aus der Pfarrei St. Raphael in Bremen
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Info: Kurz und gut
![Altar in der Ostkrypta im Bremer Dom [Quelle: Radio Bremen, André Gensler] Altar in der Ostkrypta im Bremer Dom [Quelle: Radio Bremen, André Gensler]](/nordwestradio/serien/kurz_und_gut/info218_v-mediateaser.jpg)
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