31. Juli 2012, 8:45 Uhr
Schauplatz Nordwest
In dem Ausflugs- und Künstlerdorf Fischerhude im Landkreis Verden hält sich bis heute ein Gerücht: Die kaiserlichen Truppen haben den Ort im Dreißigjährigen Krieg vor fast 400 Jahren angeblich nicht gefunden. Der Grund: Das Dorf liegt im Binnendelta der Wümme, einem weit verzweigten Gewirr von Wasserläufen, das schwer zu überwinden ist. Nordwestradio-Reporterin Maren Momsen hat sich auf den Weg gemacht und sich die Geschichte erzählen lassen
Fischerhude und der Dreißigjährige Krieg, [2:53]
Die Wümmewiesen bei Fischerhude
Fischerhude ist durch eine besondere Insellage gekennzeichnet. Wümme-Arme durchziehen und umgrenzen das kleine Dorf, so dass es sich nicht ausweiten kann. Die Ortsränder sind nicht bebaut, viele Büsche und große Eichen verstecken besonders im Sommer das ganze Dorf. So konnte sich die Geschichte um das versteckte Dorf vielleicht entwickeln. "Wenn Sie von Sagehorn unterwegs sind in Richtung Fischerhude, dann entdecken Sie das Dorf sehr spät – eigentlich erst an der Wümmeschleuse-Brücke", bestätigt Antje Modersohn, die Leiterin des Modersohn-Museums im Ort.
Fischerhude wurde mehr oder weniger im Wasser gebaut. Die Wümme dominierte die Region, weiß auch der ehemalige Bürgermeister des Fleckens Ottersberg, Gerhard Behrends. Aber dass die kaiserlichen Truppen im Dreißigjährigen Krieg Fischerhude nicht fanden, stimme so nicht ganz, meint er. "Ich würde nicht sagen, das sie sie nicht finden, sondern nicht erreichen konnten – weil Fischerhude von Wasserläufen eingeschlossen war. Und von daher hatten die Truppen keine Chance, in den Ort einzudringen", sagt Gerhard Behrends. Auf eine solche Lage waren die kriegerischen Truppen im 17. Jahrhundert nicht eingestellt. So kam Fischerhude dank der Wümme im Dreißigjährigen Krieg ungeschoren davon.
So hatte Fischerhude mehr Glück als viele der umliegenden Orte. Aber der Ort schützte sich in der Zeit auch selbst aktiv vor Eindringlingen. Am Wümme-Nordarm wurden die Brücken hochgeklappt, wenn es Nacht war oder kriegerische Auseinandersetzungen drohten. Die Fischerhuder nutzten ihre strategisch günstige Lage auch für die Ernte aus. Mit Heubooten wurde das gemähte Gras über die Wümmearme nach Hause geholt.
Später fühlten sich die Maler insbesondere durch diese Wasserlage des Ortes inspiriert. Bis heute sorgen die Wümme und ihre Nebenarme dafür, dass das wasserumschlossene Fischerhude bei Touristen so beliebt ist.
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Schauplatz Nordwest
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