18. September 2012, 7:15 Uhr
Schauplatz Nordwest
Vor 900 Jahren gab es in Altenesch im Norden Bremens nichts als Sumpf und Ödnis. Bis die Holländer kamen und die Region zum Aufblühen brachten. Daraufhin verlangte der Bremer Erzbischof mehr Steuern – mit makaberem Ausgang..
St.Gallus-Kirche in Altenesch
Als die Holländer kamen, entwässerten sie das Land, das unter der Regentschaft des Bremer Erzbischofs stand, und machten es fruchtbar. Sie nannten es "Stedinger Land". Von der Kirche erhielten die Bauern im Gegenzug zwei Versprechen: keine Leibeigenschaften und geringe Abgaben.
Die holländischen Bauern hatten Erfolg, das Stedinger Land blühte auf. Das sah auch der damalige Erzbischof, Gerhard der Zweite, und verlangte nun doch mehr Geld von den Bauern. Das ließen sich die holländischen Siedler aber nicht gefallen und zahlten nicht.
Gerhard der Zweite brachte den Papst so weit, dass dieser die Stedinger zu Ketzern erklärte. Das erlaubte der Bremer Kirche, sie zu verfolgen und zu vernichten, während der Papst die Schlacht zum Glaubenskrieg erklärt, obwohl es eigentlich um Steuern ging.
1229 blies Gerhard der Zweite zum ersten Mal zum Angriff – und verlor. Die zweite Schlacht, fünf Jahre später, gewann dann allerdings die Kirche, die Holländer mussten fliehen. Die Kirche, die die Holländer in guten Zeiten gebaut hatten, brannte in der Schlacht bei Altenesch nieder.
1299 wurde die Kirche wieder aufgebaut. Ein Muster in den Bodenfliesen erinnert noch heute an den ursprünglichen Altar. Das Gotteshaus ist auf Worth gebaut, einem künstlich aus Erde aufgeschütteten Siedlungshügel zum Schutz gegen Hochwasser. Darunter befinden sich die Knochen von Christen und Ketzern, die während des Glaubenskrieges, der keiner war, gefallen waren.
Kirche Altenesch steht auf Knochen, [3:40]
Eine Reportage von Jens Schellhass
Schauplatz Nordwest
Geschichte und Geschichten aus der Region
Alle Schauplätze im Nordwesten auf der Karte:
Schauplatz Nordwest
Der Nordwesten ist voller Geschichte und Geschichten. Wir erklären, was hier geschah, was in Namen erhalten ist und woran sich viele "irgendwie" erinnern – wenn auch am Ende doch nicht mehr ganz genau... Ob ein außergewöhnliches Ereignis, ein Jahrestag oder eine lokale Besonderheit: Wir schauen in die Region und berichten darüber. Zu hören sind die Reportagen im Nordwestradio Journal. Mehr...
Zwischen Mythos und Moderne
Das 1990 gegründete Ensemble möchte altbekannte Hörgewohnheiten verändern und sie auch konservativerem Publikum nahe bringen. Dabei hilft die Verflechtung mit anderen Künsten wie Tanz, Schauspiel, Film oder Malkunst. Wir präsentieren einen Mitschnitt vom Januar in der St. Ansgari-Kirche in Oldenburg. Mehr...
5. Juni, 20:05 Uhr | Nordwestradio
Lesebuch: Anna Seghers
In den aktuellen Folgen des Lesebuchs hören Sie den Roman "Aufstand der Fischer von Sankt Barbara" von Anna Seghers. Mehr...
radiobremen.de nun auch mobil
Seit Februar 2013 ist der Radio-Bremen-Web-Auftritt unter der Adresse "m.radiobremen.de" auch mobil abrufbar. Das gilt natürlich auch für die Homepage des Nordwestradio. Mehr...
Info & Service
Plattdeutsches bei Radio Bremen
Mögen Sie Plattdeutsch? Oder wollen Sie es lernen? In unserem Plattdeutsch-Spezial bieten wir Ihnen einen Anfängerkurs mit den wichtigsten Regeln und vielen Übungen. Mehr...
Neues Digitalradio-Angebot
Radio Bremen hat ein neues Digitalradio-Angebot gestartet. Damit können Sie das Nordwestradio in rauschfreier Qualität empfangen. Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Werder Bremen: Neuer Trainer Dutt wird heute vorgestellt
Bessere Arbeitsbedingungen: ENO-Mitarbeiter treffen sich zu Betriebsversammlung
Streit um Beratungsstelle: SPD-Fraktionschef will Rat und Tat-Zentrum erhalten
Böhrnsens Türkei-Reise: "Wichtig, sich mal sehen zu lassen"