11. Dezember 2012, 8:25 Uhr
Schauplatz Nordwest
In Reepsholt in Ostfriesland steht eine Kirche ohne Kirchturm. Nur noch ein eingesunkener Rest des früheren Turms ist zu sehen. Menschliche Bosheit führte zu dem traurigen Bild – vor 538 Jahren. Nordwestradio-Reporter Frank Jakobs kennt die Geschichte zur Sankt Mauritiuskirche in Reepsholt.
Seit 1474 ist der Kirchturm in Reepsholt nur noch eine Ruine.
Auf einer kleinen Anhöhe mitten im Dorf Reepsholt im Kreis Wittmund steht ein imposantes Gebäude. 57 Meter lang, 26 Meter hoch – die Sankt Mauritius Kirche, mit einem Turm an der Westseite. Früher hatte der Turm ein großes überwölbtes Untergeschoss und einen als Loge zur Kirche hin offenen Raum im Obergeschoss. Heute ist nicht mehr viel davon übrig, die Ruine ist kaum höher als der Dachfirst des Kirchenschiffes.
Und das kam so: Im Jahr 1474 stritten sich zwei Häuptlingsfamilien in Ostfriesland, Cirk von Friedeburg, dem die Kirche gehörte, und die Kankenas aus dem benachbarten Dornum, erzählt Reepsholts Pastor Jürgen Neese.
Im Mittelalter waren zwar die Kirchen heilig, aber die Kirchtürme weltlich. Deshalb konnten die Kankenas den Turm angreifen – und zwar mit Schaufeln. Sie untergruben den Turm und brachten ihn so zum Einsturz. Ein empfindlicher Schaden für Häuptling Cirk von Friedeburg, denn die Sankt Mauritiuskirche war ein wichtiger Identifikationspunkt in der Region.
Bis heute steht der Rest des Turmes so da, wie er damals zusammenstürzte. Zwar gibt es Pläne zum Wiederaufbau im niedersächsischen Staatsarchiv, aber repariert wurde der Turm nie.
An Bedeutung verloren hat die Sankt Mauritius Kirche in Reepsholt bis heute nicht. Sie ist eine der größten Kreuzkirchen Ostfrieslands und der Mittelpunkt der Glaubensgemeinde. Und sie dient dank ihrer besonderen Akustik als Konzertsaal für hochkarätige klassische Musik oder international bekannte Chöre.
Der abgebrochene Kirchturm von Reepsholt, [3:16]
Ein Beitrag von Frank Jakobs
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