2. April 2013, 6:40 Uhr
Schauplatz Nordwest
Das Pingelhus in Aurich ist das ehemalige Hafenwärter- und Speditionshäuschen am Georgswall nahe der Innenstadt. Es stand lange isoliert, denn der frühere Hafen ist schon seit Jahrzehnten zugeschüttet. Bei Bauarbeiten zum Ausbau des Georgswall stieß man jedoch auf Reste des Hafens, so dass auch das Pingelhus wieder Beachtung bekommt.
Bei Sanierungsarbeiten am Pingelhus wurde der alten Hafen freigelegt.
Jeden Nachmittag um Punkt 16 Uhr läutet Heinz-Wilhelms Schnieders vom Auricher Heimatverein die Glocke auf dem Pingelhus. Vor mehr als 100 Jahren legten hier noch Frachtschiffe und kleine Dampfer an, die Fahrgäste nach Emden brachten. Die Glocke signalisierte, dass das Schiff in einer Stunde ablegen würde, erzählt Schnieders.
Pingelhus und Hafen Aurich, [3:17]
Hafenreste bei Sanierungsarbeiten freigelegt
Das geduckte Haus mit dem Walmdach und dem kleinen Glockenturm wurde vermutlich um 1800 gebaut. Es entstand zusammen mit dem Hafen, dessen Reste nun wieder aufgetaucht sind. Holzpfähle, Bohlen und Bretter waren jahrzehntelang unter Asphalt und Pflaster verborgen. Ein wertvoller Fund, sagt Rolf Bärenfänger Archäologe und Direktor der Ostfriesischen Landschaft.
Der ehemalige Stadtgraben sei von Architekt Conrad Bernhard Meyer (geboren 1755, gestorben 1830) zu einer Hafenanlage umfunktioniert worden, erzählt Bärenfänger. In dem kleinen Becken konnten dann Lastkähne und Personenschiffe anlegen. Meyer hat den Hafen vermutlich auch selbst genutzt, um Waren zu verschiffen, vermutet der Archäologe. Meyer betrieb eine Holzhandlung und sicherlich ist Holz verschifft worden. "Wir haben im vergangenen Jahr im Georgswall einen aus Backstein gemauerten Tunnel gefunden, durch den er vom Graben in seinen Keller unter der Villa sicher auch Weinfässer und andere Dinge verbracht hat", sagt Bärenfänger.
Das Pingelhus diente ebenfalls als Lager. Davon ist aber nichts mehr zu sehen. Das heutige Erdgeschoss war früher das erste Stockwerk. Der Lagerraum darunter wurde mit dem Hafen zugeschüttet. Er müsste noch erhalten sein, schätzt Heinz-Wilhelms Schmieders vom Heimatverin. Er bedauert, dass nicht geplant ist, den Raum wieder freizulegen. "Wir haben das angeregt, aber es passte irgendwie nicht ins Konzept".
Die Holzreste des Hafens werden dokumentiert und verschwinden dann auch wieder unter der Erde. Der neue Platz am Pingelhus soll jedoch an den alten Hafen erinnern. "Immerhin gibt es dann eine Erinnerung daran, dass hier früher einmal auch ein Hafen gewesen ist", so Bärenfänger.
Und natürlich werden auch die Mitglieder des Heimatvereins weiter an den Hafen erinnern. Täglich um 16 Uhr, wie damals, als das Läuten die Passagiere für das Schiff nach Emden aus der Kneipe geholt hat.
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