13. Februar 2013, 7:35 Uhr
Schauplatz Nordwest
1846 stand Brake an der Spitze des technischen Fortschritts. Der optische Telegraph, ein Signalturm mit Wink-Armen, wurde in Betrieb genommen. Der Turm war Teil einer Signalkette, mit der Nachrichten von Bremerhaven nach Bremen übertragen werden konnten. Doch nur kurze Zeit später setzte sich die magnetische Telegraphie durch, und der Turm war bald überflüssig.
Heute beherbergt der Turm das Schiffahrtsmuseum Unterweser. Wer den Turm besteigen will, kommt an Schiffsmodellen, Marinebildern und nautischen Instrumenten vorbei. Aus dem obersten Stockwerk haben Besucher einen tollen Blick auf die Weser, die Insel Harriersand und die Stadt Brake.
Der rot geklinkerte Backsteinbau ist das einzige Bauwerk, das an der Weser noch an die optische Telegraphen-Linie von Bremen nach Bremerhaven erinnert. Sieben Stationen seien damals für die Linie eingeplant gewesen, sagt Carsten Jöhnk, der ehemalige Leiter des Museums. Informationen wurden durch ein optisches Signal einer Winkanlage von Station zu Station weitergegeben. Mit Hilfe von beweglichen Holzscheiben konnten verschiedene Zeichenkombinationen dargestellt werden.
Das ganze Alphabet und sogar Zahlen konnten so übermittelt werden. An der Weser war der Empfänger hauptsächlich der Schiffsmeldedienst. "Die Bremer Kaufleute hatten großes Interesse daran, rechtzeitig informiert zu werden, wenn Waren aus Übersee in die Region kamen", so Carsten Jöhnk. Brake sei damals auch schon ein wichtiger Seehafen gewesen, so dass die Informationen dort genauso wichtig waren.
Nur fünf Jahre war die optische Telegraphen-Linie in dieser Form im Betrieb. Dann wurde sie durch die elektrisch-magnetische Telegraphie abgelöst, die sich nach und nach in ganz Europa durchsetzte. Heute ist der Turm in Brake als kurzes Kapitel der Seefahrtsgeschichte erhalten geblieben. Das Haus sei von Anfang an auch als Spritzenhaus und als Casino genutzt worden. Auch als Gefängnis und Wetterstation sei es im Betrieb gewesen, sagt Jöhnk.
Der Telegraph von Brake, [2:57]
Ein Beitrag von NDR-Reporter Andreas Barnickel
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