Wer fernsieht und ins Kino geht, kennt seine breitschultrige Gestalt, die norddeutschen blauen Augen und blonden Haare, das flächige Gesicht: Devid Striesow, der Vielbeschäftigte auf Leinwand und Bildschirm.
Dieser Schauspieler kann Nebenrollen verzaubern, er ist weniger der Mann fürs Besondere als vielmehr einer, der im Alltäglichen das Changierende, Geheimnisvolle bloßlegt – und das mit sparsamster Mimik, ohne die Augenbraue zu rühren. Sein oft irritierend starres Gesicht wird zur Projektionsfläche für die Neugier, die Ängste und alle Gefühle der Zuschauer. Eine trügerische Ruhe, denn hinter der ruhigen Fassade lauert immer die Möglichkeit, dass alles auch ganz anders sein könnte.