24. September 2011, 11:00 Uhr
Sommergäste
"Powerfrau", "Supernanny", "Mutter der Nation" – Ursula von der Leyen ist schon mit vielen Superlativen belegt worden. Neben Anerkennung schwingt bei den großen Worten bisweilen eine Portion Spott mit. Wer in der Politik erfolgreich ist, dem bläst der Wind eben eher früher als später ins Gesicht. Und Erfolge hat die siebenfache Mutter und heutige Bundesarbeitsministerin allemal vorzuweisen.
Schon ihr steiler Aufstieg macht mächtig Eindruck: Als Ursula von der Leyen vor 10 Jahren zur Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat ihres Heimatortes bei Hannover gewählt wurde, fuhr sie in die Nachbarstadt Lehrte, um sich anzuschauen, wie so eine Ratssitzung eigentlich abläuft. Offenbar eine gute Schule, denn die schmächtige Frau mit dem strahlenden Lächeln brauchte danach nur fünf Jahre um zum bundespolitischen Star aufzusteigen. "Eine Mutter mit sieben Kindern hat keine Zeit zum Trödeln", hat sie einmal gesagt. Ob Elterngeld, Krippenausbau oder Kindergelderhöhung – mit unverbrauchtem Elan entstaubte sie gegen interne Widerstände das Familienbild der Union und punktete ausgerechnet dort, wo die Sozialdemokraten sich führend wähnten.
Video: Sommergast Ursula von der Leyen
Einstellungen, Infos und Kommentare
Damit machte sich die 52-Jährige in beiden Lagern Gegner: "Unsere Sozialdemokratin" sollen manche Parteikollegen hinter ihrem Rücken raunen. Parteipolitischen Stallgeruch kann von der Leyen trotz ihrer familiären Herkunft nicht vorweisen: Zu eingespannt ist die Tochter des ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Albrecht mit Studium und privaten Verpflichtungen, Beruf und Familie, um ausgiebig Parteikontakte zu pflegen. Nach dem Abitur studiert sie Volkswirtschaft in Göttingen, Münster und London, schließt ein Studium an der medizinischen Hochschule Hannover an, wo sie 1991 promoviert. Dann folgt sie ihrem Mann – einem erfolgreichen Medizin-Unternehmer – an die renommierte Stanford-Universität nach Kalifornien.
Von Amerika schwärmt Ursula von der Leyen, wenn es um persönliche Hilfsbereitschaft und Solidarität geht: Nachbarn kauften ein und kochten für die Familie. "Das war eine beeindruckende Erfahrung" sagt die Ministerin. Überhaupt wurde der Kinderreichtum der von der Leyens in Amerika bewundert, in Deutschland hingegen bisweilen skeptisch beäugt. Im politischen Geschäft verkörpert die Mutter von sieben Kindern wie keine zweite die ersehnte Vereinbarkeit von Karriere und Familie, und wird doch genau dafür harsch kritisiert: Sie stehe für ein Lebensmodell, dass doch nur durch ihre privilegierte Stellung zu realisieren sei, meinen Kritiker. Ihrer Popularität konnte das lange Zeit nichts anhaben, die Aura der fröhlichen Tatkraft bringt ihr bei den Bürgern große Sympathien ein.
Mit dem Wechsel an die Spitze des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erhält von der Leyens Macherimage Kratzer. Die Neuregelung der Hartz-IV-Sätze zieht sich scheinbar endlos hin, das Bildungspaket für Kinder aus armen Familien läuft nur schleppend an, ihr Vorschlag zur Frauenquote versandet. Die Vorwürfe werden lauter, die Tochter aus guten Verhältnissen habe kein Gespür für die Nöte der einfachen Menschen. Derlei Attacken gleiten an der 52-Jährigen ab. Sie ist überzeugt, dass "wichtige Veränderungen Zeit brauchen und man deswegen auch mal phasenweise einfach stoisch Kurs halten muss."
Moderation: Otmar Willi Weber
Sommergäste 2011: Ursula von der Leyen, [3:27]
NWR-Sommergäste 2011: Ursula von der Leyen, [47:33]
NWR-Sommergast: Ursula von der Leyen, [3:47]
Info: Live-Gäste
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Sendezeit:
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Info: Horst-Janssen-Museum
![Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg [Quelle: Radio Bremen] Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg [Quelle: Radio Bremen]](/kultur/nachrichten/janssenmuseumoldenburg100_v-mediateaser.jpg)
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