10. September 2011, 11:00 Uhr
Sommergäste
Es war eine Entscheidung, die Wim Dohrenbuschs Leben eine neue Richtung gegeben hat: 1983 lud ein Freund den Journalisten ein, bei der Ostafrika-Rallye ein Fahrerteam zu unterstützen. Dohrenbusch sagte spontan zu, legte 3500 Kilometer durch Afrika zurück und verliebte sich in den Kontinent. Wenig später fragte er seinen damaligen Chefredakteur, ob er nicht als Afrika-Korrespondent arbeiten könne. Seitdem sind Kenia und Ostafrika für Wim Dohrenbusch zur zweiten Heimat geworden.
Wim Dohrenbusch
Aufgewachsen ist der 56-Jährige im Ruhrgebiet. Weniger zwischen Fördertürmen und Schloten als zwischen Schweinen und Kälbern, denn die Eltern bewirtschaften einen kleinen Bauernhof. In deren Fußstapfen wollte der junge Wim aber nicht treten, stattdessen begeistert sich der gebürtige Bottroper für Sozialarbeit und beginnt ein Studium. Den Lebensunterhalt verdient er sich damals unter anderem mit der freien Mitarbeit bei der Zeitung – an den Wochenenden schreibt er über das Sportgeschehen in seiner Heimatstadt. Aus dem vorübergehenden Broterwerb wird später ein Vollzeitjob, aber an Afrika verschwendet Dohrenbusch da noch keinen Gedanken.
Video: Sommergast Wim Dohrenbusch
Einstellungen, Infos und Kommentare
Das ändert sich mit der waghalsigen Ostafrika-Rallye. Nach dem Chefredakteur muss Dohrenbusch noch seine Lebensgefährtin vom Umzug über gute 6000 Kilometer überzeugen. "Sie hat gesagt, wenn du da runter willst, dann wird erst geheiratet." Offenkundig eine gute Entscheidung: "Wir haben es bis heute durchgehalten", erzählt Dohrenbusch schmunzelnd. Als das Paar in Nairobi sein Quartier aufschlägt, ist die elektrische Schreibmaschine das Nonplusultra der Technik, an Computer, Mails und Satelliten-Leitungen ist damals nicht zu denken. Artikel werden per Luftpost verschickt: "Wenn es gut lief, kamen die in ein paar Tagen an, manchmal dauerte es auch einige Wochen!".
Das Publikum und Wim Dohrenbusch im Gespräch mit Katrin Krämer
Zum Hörfunk bringt Wim Dohrenbusch ein weiterer Zufall: Als der ARD-Korrespondent 1986 im Sudan feststeckt, wird in Uganda geputscht. Der Print-Journalist willigt ein, für die ARD telefonisch zu berichten und gibt an einem Wochenende rund ein Dutzend Interviews. Die Arbeit des Mannes mit der tiefen, sonoren Stimme kommt an und wird nicht vergessen – einige Zeit später lockt der WDR mit einer Festanstellung. Dohrenbusch schlägt ein und kehrt 1988 nach Deutschland zurück.
Doch das Fernweh zieht die Dohrenbuschs wieder in den Süden: 2003 kehrt der heute 56-Jährige als ARD-Korrespondent nach Nairobi zurück, berichtet über Bürgerkriege und alltäglichen Überlebenskampf, über Hungersnöte und Übergewichtige, über Bettler und Staatsmänner, Slums und touristische Naturschönheiten. Er wisse nicht, ob das Bild der Deutschen von Afrika heute differenzierter sei als vor 26 Jahren, sagt Wim Dohrenbusch. Noch immer würden die Klischees überwiegen. Seit einem guten Jahr ist er wieder in Europa – und hat wieder als Korrespondent angefangen. Für den WDR berichtet er seit kurzem vom Niederrhein und aus den Niederlanden. Ein exotisches Berichtsgebiet für den Afrika-Kenner: "Beide Regionen sind für mich nahezu unbekannt – quasi eine terra incognita. Ich bin ein Afrikaner am Niederrhein."
Moderation: Katrin Krämer
Sommergast Wim Dohrenbusch, [49:53]
Ein Nachbericht zum Anhören:Sommergast Wim Dohrenbusch , [3:44]
Info: Live-Gäste
Prominente aus Medien, Kultur und Politik plaudern über Persönliches und Berufliches, über Einsichten und Ansichten, über Reisen in nahe und ferne Welten, über Erfolge und Träume – live und im Radio, am Samstag Vormittag, bei Tee und Kaffee.
Veranstaltungszeit:
Sa., 11 – 13 Uhr
Sendezeit:
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Wiederholung:
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Info: Horst-Janssen-Museum
![Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg [Quelle: Radio Bremen] Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg [Quelle: Radio Bremen]](/kultur/nachrichten/janssenmuseumoldenburg100_v-mediateaser.jpg)
Art Café im
Horst-Janssen-Museum
Am Stadtmuseum 4-8
26121 Oldenburg
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