2. Februar 2013, 11:00 Uhr
Wintergäste
Was der Euro-Rettungsschirm für die Menschen vor Ort bedeutet, darüber hat ARD-Korrespondent Thomas Bormann in den letzten Jahren aus Athen berichtet: Über perspektivlose Jugendliche, gewalttätige Proteste gegen die EU und Deutschland und die zarte Hoffnung, dass die Sparpolitik vielleicht letztlich doch fruchten könnte.
Thomas Bormann
Die Griechen sehen schwarz für ihre Zukunft, Streiks bei den U-Bahnen wegen erneuter Einschnitte beim Lohn, Ärzte warnen vor Brennholz-Smog, weil die Griechen wegen der explodierten Öl-Preise auf Holz umsteigen, immer mehr Obdachlose, Steuerflucht der Reichen – so beginnt das griechische Jahr 2013. Zugleich zeichnet sich ein Streif Hoffnung am Horizont ab: Die Haushaltslage in Athen hat sich etwas entspannt, und die Banken verbuchen wieder mehr Spareinlagen der Bürger. Seit fünf Jahren steckt das Land in der Dauerkrise und ist auf Hilfen aus dem EU-Rettungsschirm angewiesen. Wegen dieser Krise berichtet Thomas Bormann, ARD-Korrespondent mit Hauptstandort Istanbul, fast nur aus Athen.
Journalistischer Start an der DDR-Grenze
Der Journalist, gebürtiger Norddeutscher mit Wurzeln in Kiel und Hamburg, mit Liebe zu den Nordseeinseln und zur weiten Tiefebene, die er am liebsten mit dem Rad erkundet, entdeckt erst nach dem Betriebswirtschaftsstudium seine Neugier für den Reporterjob. Seine ersten Reportagen fertigt er im Regionalstudio Fulda des Hessischen Rundfunks Mitte der 1980ger Jahre an, was sich als durchaus aufregend erweist: Es sind die Jahre vor der Wende, Fulda liegt direkt an der DDR-Grenze, Bebra, Grenzdurchgangsbahnhof für den DDR-Interzonenzug, um die Ecke, und Bormann kann mit Sonder-Genehmigung aus den DDR-Orten jenseits der Grenze berichten.
Er folgt dann einem Job-Angebot in den Süden und findet in Heidelberg seine große Liebe. Beim SWR in Stuttgart arbeitet er als Redakteur und Reporter. Er fühlt sich mit seiner Frau und den Söhnen zuhause im weltoffenen Klima in Baden-Württembergs Hauptstadt – nur geschwäbelt wird bei den Bormanns nicht. Von hier bricht er 2011 auf zum Korrespondentenjob in Istanbul.
Video: Wintergast Thomas Bormann
Einstellungen, Infos und Kommentare
Mit Esperanto um die Welt
Schon lange vorher ist er um die Welt gereist. Gleich nach der Schule war er monatelang unterwegs zwischen Kairo und Kapstadt, Slowenien und Moldawien. Und überall war er mit Menschen verabredet, die wie er Esperanto sprechen, jene Kunstsprache, deren Anhänger seit über 100 Jahren für diese Art weltweiter Verständigung werben.
Bormann weiß natürlich, dass heute die ganze Welt Englisch spricht, aber er trifft sogar bei seinen Recherchereisen zwischen Athen und Thessaloniki Griechen, mit denen er im Kafenion Esperanto plaudern kann. Das schafft mühelos Nähe, sagt der Journalist, der mit seiner Familie in Istanbul eine Wohnung mit Bosporus-Blick gefunden hat.
Reisen zwischen Bosporus und Ägäis
Wenn er auf der Wintergäste-Bühne sitzt, wird er direkt aus Zypern zurück sein, der geteilten Mittelmeerinsel, die ebenfalls von Finanzkrise, Steuerflucht und Korruption gebeutelt ist. Was das alles für die Hellenen und Zyprer bedeutet, darüber wird Thomas Bormann erzählen, aber auch über sein Leben zwischen Bosporus und Ägäis, über Reisen, Rezepte, Antike, Kaffeekultur und Musik – und über die zarte Hoffnung, dass Schuldenschnitte und Hilfstranchen dem kleinen Land, das seit über 30 Jahren in der EU ist, doch helfen können.
Bormanns ganz persönliche Empfehlung: So wie er im letzten Herbst mit seiner Familie auf der Insel Lesbos war, einfach eine Reise nach Griechenland buchen, das sei das beste Konjunkturprogramm für die Griechen, die trotz Krise fast überall ihre Freundlichkeit und Gastfreundschaft bewahrt haben.
Moderation: Otmar Willi Weber
Ein Vorbericht zum Anhören:
Wintergast Thomas Bormann, [3:33]
Ein Vorbericht von Sven Weingärtner
Die ganze Sendung zum Anhören:
Wintergast 2013 Bormann, [47:56]
Ein Nachbericht zum Anhören:
Wintergast Thomas Bormann , [3:37]
Ein Nachbericht von Esther Willbrandt
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Veranstaltungszeit/Sendezeit
Veranstaltungszeit:
Sa., 11 – 13 Uhr
Sendezeit:
11:05 – 12 Uhr
Wiederholung:
Di., 15:05 – 16 Uhr
Info: Horst-Janssen-Museum
![Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg [Quelle: Radio Bremen] Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg [Quelle: Radio Bremen]](/kultur/nachrichten/janssenmuseumoldenburg100_v-mediateaser.jpg)
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