16. Februar 2013, 11:00 Uhr
Wintergäste
Gayle Tufts, das amerikanische Multitalent mit Berliner Zuhause, pflegt eine enge Bindung zu Bremen. Im "Jungen Theater" im Steintorviertel sang und tanzte sie in den 1990er Jahren. Hier perfektionierte sie ihr Markenzeichen, das Denglisch, jenen witzig-schrägen Mix aus Deutsch und Englisch, mit dem sie ihre interkulturellen Erkundungen vorträgt. Das zeigte sie auch als unser Wintergast.
Gayle Tufts hat in der Bremer Theaterszene ihre große Liebe gefunden. Mit ihrem Mann – er hanseatisch-ruhig, sie quirlig-spontan – lebt sie sie seit vielen Jahren in glücklicher Gegensätzlichkeit an der Spree und pflegt regelmäßig die Bremer Kontakte, was auch die Liebe zu Werder Bremen umschließt. Als Gayle Tufts in Bremen auf der Wintergäste-Bühne Platz nahm, hatte sie gerade mehrere Auftritte ihrer jüngsten Show "Some like it heiß" absolviert.
Gut 50 Jahre alt und 30 Kilo leichter als vor diesem Geburtstag wagt sie sich jetzt frech und augenzwinkernd an das Thema "Wechseljahre" heran. Kurzgefasst auf dem Cover ihres Show-Begleitbuches heißt es: "Madonna hat keine Wechseljahre. Die Wechseljahre haben Angst vor ihr. Iris Berben ist zu schön und Ursula von der Leyen zu beschäftigt." Für Tabubrecherin Tufts das ideale Show-Thema.
Show-Girl aus Massachusetts
Aufgewachsen ist die Künstlerin, die spielend die Grenzen zwischen Schauspiel, Tanz, Entertainment und Standup-Comedy sprengt, im beschaulichen Brockton in Massachusetts, einer Stadt, die sich wegweisend auch "Cities of Champions" nennt, weil der Boxer Rocky Marciano hier geboren wurde.
Die kleine Gayle schwärmte von Liza Minelli, guckte am liebsten TV-Shows und spielte die Tanzeinlagen im Keller nach.
Sie erkämpfte sich ein Stipendium und lernte Tanz, Gesang und Schauspiel am Experimental Theatre in New York. Nebenher jobbte sie als Kindergärtnerin, um ihren Traum zu verwirklichen.
Von New York auf die Bühnen Berlins
Schon bald nach ersten Auftritten in New York folgt sie einer Einladung nach Deutschland, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, sie arbeitet bei der Tanzfabrik Berlin als Regisseurin und Performerin und tourt als Backup-Sängerin von Max Goldt durchs Land. Kurz nach dem Fall der Mauer gerät das kulturelle Berlin so in Fahrt, dass sie einfach bleibt. Nun startet sie durch.
In ihren Shows wie "Absolutely unterwegs – eine Amerikanerin in Berlin" oder "Everybody's Showgirl" steppt, juxt und singt sie mit wuchtiger Bühnenpräsenz, tritt im "Quatsch Comedy Club" auf und präsentiert im Radioprogramm "Funkhaus Europa" ihre Kolumne "Gayle's Woche". Und sie schreibt Bücher mit der US-Brille über die Eigenheiten der Deutschen.
Video: Wintergast Gayle Tufts
Einstellungen, Infos und Kommentare
Witzige Frau in einem ernsten Land
In den ersten Jahren in Deutschland hat sich die warmherzige Künstlerin von der Ostküste der USA eher zwischen den Kulturen gefühlt, mittlerweile ist sie "gesettlet" als Amerikanerin in Berlin, quasi als "die letzte Besatzerin", die aber nicht abziehen wird.
Die "witzige Frau in einem ernsten Land", wie sie sich selbst umschreibt, ist ein bisschen deutsch geworden, vermisst nur manchmal die spontane und optimistische Haltung ihrer Landsleute und findet nach über 20 Jahren Deutschland immer noch Unglaubliches an der "German Art", wie den Hang der Deutschen zu wetterfester Kleidung oder zum "Stoßlüften".
Moderation: Otmar Willi Weber
Ein Vorbericht zum Anhören:
Vorbericht Wintergast Gayle Tufts, [3:43]
Ein Vorbericht von Jens Schellhass
Das ganze Gespräch zum Anhören:
Wintergast Gayle Tufts, [52:38]
Ein Nachbericht zum Anhören:
Wintergast Gayle Tufts , [3:47]
Ein Nachbericht von Esther Wilbrandt
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Veranstaltungszeit/Sendezeit
Veranstaltungszeit:
Sa., 11 – 13 Uhr
Sendezeit:
11:05 – 12 Uhr
Wiederholung:
Di., 15:05 – 16 Uhr
Info: Horst-Janssen-Museum
![Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg [Quelle: Radio Bremen] Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg [Quelle: Radio Bremen]](/kultur/nachrichten/janssenmuseumoldenburg100_v-mediateaser.jpg)
Art Café im
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