Vorschlag der Wohlfahrtsverbände
Jedes dritte Kind in Bremen lebt in Armut, sagt der Paritätische Wohlfahrtsverband in Bremen und will das ändern. Mit einer Grundsicherung in Höhe von 584 Euro für jedes Kind will der Verband die Familienförderung auf neue Füße stellen.
Video: Grundsicherung für Kinder - erklärt von Kirsten Hartje.
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Egal ob arm oder reich: Jede Familie erhält 184 Euro für das erste und zweite Kind. Zwar steigt die Summe mit dem dritten an, aber das reicht dem Paritätischen Wohlstandsverband nicht. So erhält ein armes Kind neben dem Kindergeld zwar noch weitere Zuschüsse für den Unterhalt, zum Wohngeld oder aus Hartz-IV-Programm, aber nicht genug für eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben: So sind Sportvereine, Kinobesuche oder Musikschule tabu. Auch wohlhabende Kinder werden gefördert: Ihnen kommen neben dem Kindergeld beispielsweise auch Steuerfreibeträge zugute. Das will der Paritätische Wohlstandsverband jetzt einfacher regeln: Indem jedem Kind eine Grundsicherung in Höhe von 584 Euro zusteht, die alle anderen Zuschüsse ersetzt. Diese Summe müssen die Eltern dann versteuern. Dabei zahlen arme Familien nichts, und selbst den reichen Eltern bliebe am Ende mehr: nämlich mindestens 278 Euro.
Video: Gespräch mit Gerd Wenzel
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Diese Grundsicherung für Kinder kostet mehr Geld und soll von Kinderlosen und Wohlhabenden finanziert werden. Zum Beispiel durch einen Zuschlag in der Sozialversicherung. Darin sieht Gerd Wenzel vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Bremen keine Strafe sonder Gerechtigkeit. Denn wer keine Kinder großzieht, finanziert sich seine Rente ja trotzdem über die jüngere Generation. "Kinder sind zwingend notwendig für unsere Gesellschaft", betont Wenzel, und "deshalb sollen sich auch Kinderlose daran beteiligen, dass unsere Gesellschaft genügend Kinder hat."
30 bis 40 Milliarden soll die Grundsicherung kosten. Für Gerd Wenzel gibt es hier keine Frage, woher das Geld genommen werden kann. Der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht zeige, "welche unglaublichen Reichtümer in Deutschland bestehen." Innerhalb von zehn Jahren seien 1,4 Billionen Euro bei den oberen zehn Prozent gelandet. Genug, meint er, um für die Kinder etwas zu tun.
Der Vorschlag der Wohlfahrtverbände müsste nun nicht auf Landes- sondern auf Bundesebene durchgesetzt werden. Derzeit sieht Wenzel dafür aber noch keine Chance, aber er sieht sich auf einem guten Weg. Denn schon zu lange werde über Kinderarmut diskutiert, aber bisher fehlte ein gut durchdachtes Konzept. Wenzel hält eine Grundsicherung für Kinder für gerecht und bezahlbar. Zudem würde sich die Beantragung stark vereinfachen.
Dossier: Armenhaus Bremen
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