Universität Bremen
Nach dem Schock der Pisa-Studie wurde in Deutschland vor allem eins erkennbar: Die schlechten Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwächeren Milieus. Das Projekt "Brücke" von der Universität Bremen geht diesen Missstand an und versucht mehr Bildungsgerechtigkeit zu erreichen.
Schüler und Studenten sollen durch das Projekt "Brücke" dazulernen
Das Projekt "Bildungsbiographische Brüche in Kindes- und Jugendalter: Diagnose, Förderung und Prävention", oder kurz Brücke, will die Fähigkeiten von Schülern aus sozial schwachen Familien ausbauen. Dazu werden Lehramtsstudenten auf freiwilliger Basis eingesetzt, um mit den Schülern zu arbeiten. Ein Jahr lang betreuen die Studierenden die Schüler. Auch die Studenten sollen von dieser Zusammenarbeit profitieren und so für den späteren Berufsalltag als Lehrer lernen.
Vorgehensweise
Im Jahr 2011 verließen deutschlandweit sechs Prozent der Schüler eines Jahrganges die Schule ohne Schulabschluss. Im Land Bremen ist sogar jeder dritte Schüler von Armut, elterlicher Arbeitslosigkeit oder Bildungsschwäche der Familie betroffen. Laut der Bremer Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) ist jeder zehnte Schüler von allen drei Risiken betroffen. Damit ist die Gruppe der potentiellen "Risikoschüler" recht groß. Seit 2009 wird das Projekt Brücke daher auch vom Land Bremen gefördert.
Sämtliche gewonnenen Ergebnisse werden anonym gesammelt und stehen dort für Studierende und Forscher zur Verfügung. Aber- nicht nur die unmittelbare Unterstützung der Schüler und die Fortbildung der Studierenden sind Ziele des Programms. "Momentan arbeiten wir daran, aus den gesammelten Daten Empfehlungen für die Bremer Bildungsbehörde abzuleiten", so Professor Christian Palentien, Leiter des Projekts Brücke.
Studenten des Brücke-Teams
Das Projekt Brücke bietet den Studenten die Chance, ihre eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und sensibler im Umgang mit neuen Lerntechniken und Schülern zu werden. Außerdem können sie sich in Arbeitsgruppen zum Training sozialer oder emotionaler Kompetenzen fortbilden. Auch die Möglichkeit, den Fall eines betreuten Schülers in ihre Masterarbeit einzubinden, mache die Mitarbeit am Projekt für die Studenten attraktiv, so Palentien weiter.
Im ersten Projektjahr, dem Schuljahr 2009/10, nahmen acht Studierende und eine Bremer Schule teil. In den letzten zwei Jahren wuchs die Zahl der teilnehmenden Studenten und Schulen weiter. Für das Schuljahr 2012/13 haben sich bereits 40 Studenten gefunden, die nun an 15 Schulen eingesetzt werden. Zum ersten Mal können auch Schulen aus Bremerhaven teilnehmen.
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