Zwischenstand des Staatsanwalts
Der Betrugsverdacht gegen den Bremer Reederei-Gründer und Unternehmer Niels Stolberg hat sich weiter bestätigt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Bremen am 13. Juli 2011mit. Acht Terabyte Datenmaterial haben die Bremer Staatsanwälte in der Beluga-Zentrale beschlagnahmt. "Mehr Material als beim Bremer Vulkan", klagen die Ermittler. Darunter sei auch belastendes Material gegen Stolberg. Die Ermittlungen gegen den ehemaligen Chef und weitere verantwortliche Mitarbeiter der insolventen Beluga-Gruppe werden fortgesetzt, hieß es.
Video: Betrugsverdacht gegen Stolberg erhärtet
Einstellungen, Infos und Kommentare
Die bisherigen Ermittlungen hätten ergeben, dass allein in den Jahresabschluss 2009 der Beluga Chartering GmbH fingierte Umsatzerlöse in Höhe von 35,8 Millionen Euro eingeflossen seien, erklärte der Sprecher Staatsanwaltschaft, Frank Passade. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2010 wurden fingierte Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt 28,5 Millionen Euro eingestellt. In welcher Größenordnung Oaktree und anderen Kapitalgebern hierdurch ein Schaden entstanden sei, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen, so Passade. Diese würden aber durch den Umfang des auzuwertenden Materials und auch durch die Tatsache erschwert, dass es in der Beluga-Gruppe offenbar kein strukturiertes Ablageverfahren gegeben habe. Oaktree hatte nach eigenen Angaben 129 Millionen Euro in Beluga investiert.
Zudem habe sich der Kreis der Beschuldigten in der Beluga-Gruppe wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation und des Betrugs auf 14 vergrößert. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Ob später Anklage erhoben werden könne oder das Verfahren eingestellt werde, konnte Staatsanwalt Passade anhand der bisherigen Fakten nicht einschätzen.
Stolbergs Konten bleiben gesperrt
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