Chronik
Seit der amerikanische Investor Oaktree bei der Bremer Reederei Beluga das Ruder übernommen hat, steuert die Firmengruppe in die Insolvenz. Gegen Firmengründer Stolberg läuft ein Verfahren wegen Bilanzfälschung und Betrug. Sein Vermögen wurde auf Antrag von Oaktree eingefroren. Zudem hat Stolberg Privatinsolvenz angemeldet. Derweil will Oaktree das Schwergutgeschäft unter dem neuen Namen, mit "Hansa Heavy Lift" weiterführen.
Beluga-Chef Niels Stolberg erklärt seinen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen. Von einem Rückzug aus dem Beluga-Gebäude ist zunächst nicht die Rede - im Gegenteil. Stolberg erklärt in einer Stellungnahme: "Meine ganze Konzentration und Kraft muss ich in dieser Phase meinen unternehmerischen Herausforderungen widmen".
Stolberg verlässt überraschend Beluga. Mit ihm räumen weitere Führungskräfte ihre Büros. Das Sagen hat nun ein Management, das vom amerikanischen Investor Oaktree eingesetzt wird. In der Unternehmensmitteilung heißt es, dass Niels Stolberg aus "persönlichen Gründen" um eine Beurlaubung gebeten hätte. Er zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück.
Der US-Investor Oaktree teilt mit, dass er ein Konzept erarbeitet, um "Beluga finanziell zu restrukturieren". Welche Auswirkungen dies haben werde, sei aber nicht absehbar.
Unterdessen sagt der Bremer Senat Beluga Unterstützung zu. Radio Bremen berichtet, dass Wirtschaftsstaatsrat Heiner Heseler sich um einen engen Kontakt mit dem Investor Oaktree bemüht. Er habe großes Interesse daran, dass Beluga in Bremen bleibe.
Das Radio-Bremen-Magazin "buten un binnen" berichtet von einer Anzeige des US-Investors Oaktree gegen Niels Stolberg. Vorwurf: Er habe den Investor nicht richtig über die wirtschaftliche Lage von Beluga informiert. Die Staatsanwaltschaft prüft die Anzeige.
Oaktree droht anderen Anlegern mit einer Insolvenz von Beluga. Bei einem Treffen in Hamburg fordert der Investor seine Geschäftspartner auf, auf einen Teil ihres Geldes zu verzichten. Andernfalls sei das Unternehmen nicht zu retten.
Radio Bremen berichtet, dass Niels Stolberg wegen der Vorwürfe gegen ihn den Rechtsanwalt Hanns Feigen eingeschaltet hat. Feigen hat bereits dem ehemaligen Post-Chef Zumwinkel als Strafverteidiger zur Seite gestanden. Auch Ex-Vulkan-Chef Hennemann war sein Mandant.
Die Bremer Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren wegen schweren Betrugs gegen Stolberg und weitere ehemalige Führungskräfte ein. Sie stehen im Verdacht, seit 2009 Umsätze im dreistelligen Millionenbereich falsch angegeben und so die Investoren getäuscht zu haben. In einem Telefonat mit Radio Bremen sagt Stolberg: "Ich werde mich der Sache stellen. So, wie es sich gehört."
Die Eigner der Beluga-Schwergutreederei treffen sich erneut in Hamburg. Nicht alle Anleger wollen den Weg gehen, den Oaktree vorgeben will. Ein Teilnehmer des Treffens sagt zu Radio Bremen: "Wir werden vor Oaktree nicht einfach einknicken."
Der US-Finanzinvestor selbst will sich zum Stand der Verhandlungen erst äußern, "wenn das Konzept für die Restrukturierung steht".
Beluga stellt einen neuen Vertriebschef vor. Der Manager Joerg Roehl übernehme die Verkaufsabteilung, so eine Sprecherin. Der 40-Jährige arbeitete bei verschiedenen Logistikfirmen in der Schweiz und in Asien, unter anderem auch bei Kühne und Nagel.
Unterdessen haben sich die Beluga-Anleger wieder in Hamburg getroffen.
Fahnder der Staatsanwaltschaft durchsuchen die Häuser von Niels Stolberg auf Spiekeroog und seine Wohnung in Bad Zwischenahn. Was dabei heraus kam, darüber schweigen die Ermittler. Weiterhin unklar ist auch, ob Beluga Insolvenz anmelden muss oder nicht.
Das Emissionshaus HCI kündigt die Verträge mit Beluga für 20 Schiffe fristlos. Es gibt deutliche Zeichen dafür, dass sich die Lage bei Beluga zuspitzt: Die Reporter von Radio Bremen berichten über eine fünfköpfige Delegation, die eine Stunde lang mit dem Präsidenten des Bremer Amtsgerichts gesprochen hat. Einen Insolvenzantrag stellten sie aber nicht.
Ein ereignisreicher Tag: Niels Stolberg ist wieder in der Öffentlichkeit. Am Vormittag stellt sich der Beluga-Gründer den Fragen der Staatsanwaltschaft.
Fast zeitgleich geht es beim Amtsgericht Bremen ums Überleben des Unternehmens: Die Beluga Chartering GmbH, die das Kerngeschäft betreibt, meldet Insolvenz an.
Ein zweiter Unternehmensteil meldet Insolvenz an: die Beluga Shipping GmbH. Formal ist sie die Muttergesellschaft der Beluga Chartering GmbH, die schon am Vortag in die Insolvenz ging. Die Mitarbeiter erfahren auf einer Betriebsversammlung des Insolvenzverwalters davon. Fast die Hälfte der Belegschaft ist direkt betroffen.
Inzwischen ist auch die Existenz des beruflichen Gymnasiums, Beluga College in Bremen, in Gefahr.
Der Ex-Geschäftsführer der Beluga-Reederei, Niels Stolberg, meldet sich zu Wort: Die Manager des US-amerikanischen Fonds "Oaktree" hätten auf eine Insolvenz der Bremer Firma "Beluga" spekuliert, das will sich Ex-Geschäftsführer Stolberg nicht gefallen lassen.
Das Beluga College ist eine private Oberschule mit dem Schwerpunkt maritime Wirtschaft, finanziert von der Beluga Shipping. Eigentlich müsste das College sofort dicht machen, wären da nicht sechs Abiturienten und elf Schüler, die im Sommer ihre mittlere Reife machen.
Weitere fünf Gesellschaften der Beluga Gruppe haben beim Amtsgericht Bremen Insolvenzanträge gestellt. So auch an der Privatschule Beluga College fürchten Schüler und Lehrer weiter um die Zukunft. Optimistisch allein scheint nur der Bürgermeister von Elsfleth zu sein. Er ist zuversichtlich, dass der Bau der Offshore-Trainingsakademie fertig gestellt wird.
Fahnder von Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Zentrale der Bremer Reederei Beluga durchsucht. Was genau sie suchten und ob Material gefunden wurde, ist nicht bekannt. Ein Sprecher sagte, er nehme an, die Durchsuchungen stünden im Zusammenhang mit den Betrugs- und Bilanzfälschungsvorwürfen gegen Niels Stolberg.
Wie das Amtsgericht Bremen mitteilte, habe die Beluga Offshore Cable Antrag auf Insolvenz gestellt. Es ist die mittlerweile neunte Insolvenz einer Beluga-Gesellschaft. Folgen kann diese Insolvenz auch für die Bremerhavener Lloyd-Werft haben. Dort sollte ein Schiff zum Verlegen von Seestromkabeln im Auftrag der Beluga-Reederei gebaut werden.
Im Zusammenhang mit der Insolvenz der Beluga-Reederei hat es heute weitere Unternehmen erwischt, darunter die Immobiliengesellschaft, die das Gebäude auf dem Bremer Teerhof hält, zwei Gesellschaften aus dem Ausbildungsbereich und das Maritime Forschungszentrum in Elsfleth. Mittlerweile haben 13 Firmen der Gruppe Insolvenzanträge gestellt.
Auch das Beluga College musste einen Insolvenzantrag beim Bremer Amtsgericht stellen. Von der Pleite sind gut ein Dutzend Lehrer und mehr als 40 Schüler betroffen. Darunter auch sechs Abiturienten und elf Schüler, die im Sommer ihre mittlere Reife machen wollen. Wie es mit dem College weitergeht muss der Insolvenzverwalter entscheiden. Eltern und Lehrer haben jetzt ein Treuhandkonto für Spenden eingerichtet.
Nach der Insolvenz des Spiekerooger Künstlerhauses arbeiten Geschäftsführung und Insolvenzverwalter daran, das Haus weiterzuführen. "Wir bemühen uns, wie geplant am 1. April wieder zu öffnen", sagt der Leiter Marco Jonscher im Radio-Bremen-Interview. Nach der dreimonatigen Winterpause soll das Haus in die neue Saison starten.
Nach der Pleite der Beluga-Reederei stehen auch die Handballerinnen des VfL Oldenburg vor einer ungewissen Zukunft. Denn Beluga war Hauptsponsor des Handball-Bundesligisten. Wenn der Club in der ersten Liga bleiben will, muss die Geschäftsführung bis spätestens Ende April zusätzliche Sponsoren finden, wie das Oldenburger Fotolabor Cewe Color, das sein Engagement ausbauen will.
Jetzt hat die Pleitewelle bei Beluga auch die oberste Etage des Firmensitzes erreicht: das Nobel-Restaurant. Unterdessen ist man beim Beluga College zuversichtlich, einen neuen Träger zu finden. Es gebe, so heißt es, ernsthafte Gespräche mit einem bundesweit aktiven Schulträger. Schwierigkeiten machen derweil die Schiffe. Einige hängen fest, andere leiden unter dem Kreis in Libyen und der Atomkatastrophe in Japan.
Werder Bremen hat alle laufenden Verträge mit dem Unternehmen Beluga gekündigt. Schon im Spiel gegen den VfB Stuttgart wird es im Weser-Stadion keine Beluga-Werbefilme mehr geben, auch die Werbung auf Banden und Trikots wird entfernt.
Die Beluga-School for Life in Thailand kämpft ums Überleben. Nur bis Ende April sind die Gehälter gesichert. Zu alledem droht auch noch ein Spendenskandal. Auslöser ist der RTL-Spendenmarathon 2009. Beluga und die Zuschauer spendeten da jeweils eine halbe Million Euro, doch Stolberg soll den Beluga-Teil schon einen Tag später von den Konten der School for Life wieder zurückgebucht haben - auf ein Konto der jetzt insolventen Beluga-Shipping.
Der Vorwurf des Betrugs mit Spendengeldern gegen Beluga-Gründer Niels Stolberg ist vom Tisch. Wie UN-Sonderberater Willi Lemke auf Nachfrage von Radio Bremen mitteilte, gebe es dafür Beweise. Lemke gehört zum so genannten Unterstützerkreis zur Rettung der Beluga "School for Life" in Thailand.
Die Folgen der Beluga-Pleite erreichen die Insel Spiekeroog. Betroffen davon sind viele Hotels und Appartements, die Reeder Niels Stolberg gehören. Die Häuser sollen nun verkauft werden. Der Insolvenzverwalter aber beruhigt die Urlauber: Wer gebucht hat, bekommt sein Bett. Und auch eine Anzahlung sei nicht verloren.
Es gibt gute Nachrichten: Die von Piraten gekaperte "Beluga Nomination" ist wieder frei. zwölf Wochen lang waren die sieben Besatzungsmitglieder in der Gewalt der Piraten. Der Frachter stand im Indischen Ozean fest. Die Freilassung ist offenbar das Ergebnis wochenlanger Verhandlungen. Die Reederei hat dem Vernehmen nach fünf Millionen Dollar gezahlt. Eine offizielle Auskunft von Beluga-Insolvenzverwalter Grönda gibt es dazu nicht.
Auch für das "Outer Roads" gibt es gute Nachrichten: Zwar ist das Beluga-Restaurant in der vorläufigen Insolvenz und hat ein striktes Sparprogramm hinter sich. Die Insolvenzverwalterin Lüthje ist aber guter Dinge, dass es im Sommer auf eigenen Beinen stehen kann. Der Geschäftsbetrieb läuft derweil weiter, als wäre nichts passiert.
Gleich zwei Projekte auf dem maritimen Campus in Elsfleth stehen wegen der Beluga-Insolvenz vor einer ungewissen Zukunft. Die "Beluga Offshore Training Academy" kurz Bota und das "Elsflether Zentrum für Maritime Forschung". Beide wurden von Beluga ungefähr zur Hälfte gefördert. Die andere Hälfte zahlte das Land Niedersachsen. Wie es jetzt weitergeht, darüber diskutierten live Politiker und Hochschulvertreter im Nordwestradio.
Nach Informationen von Radio Bremen habe ein Oaktree-Manager dem ehemaligen Beluga-Chef die Zusammenarbeit angeboten. Während Niels Stolberg auf Nachfrage entsprechende Kontakte zwischen den Anwälten bestätigte, gab es von einer Oaktree-Sprecherin keine Stellungnahme dazu.
Insolvenzverwalter Edgar Gönda gab bekannt, dass von den 671 Beluga-Mitarbeitern 224 eine Kündigung Ende August erhalten werden. Mit 70 Mitarbeitern sehe Oaktree eine neue Zukunft in der Schwergutreederei "Hansa Heavy Lift" (HHL). Geschäftführer Roger Illife erklärte, dass er zunächst mit 16 der 70 Frachtern einsteigen werde. Oaktree wolle langfristig bei der HHL bleiben mit Sitz in Bremen.
Video: Privatvermögen vor Gericht
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Im Landgericht Oldenburg ging es um 130 Millionen Euro. So viel gab der US-amerikanische Kapitalfond Oaktree dem Bremer Reeder Niels Stolberg. Nun ist die Beluga-Reederei insolvent, Oaktree will sein Geld zurück und sich notfalls an Stolbergs Privatvermögen halten. Ende Juni will das Gericht darüber entscheiden.
Video: "Beluga-College" schließt
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Die Lehrer und Schüler am Bremer "Beluga-College" haben vergeblich gehofft. Die Schule an der Weser hat bald kein Geld mehr und muss nach den Sommerferien schließen. Das Ende der von Niels Stolberg gegründeten Reederei ist jetzt also auch zu ihrem Ende geworden.
Video: Allein im Beluga-Haus
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Obwohl nur noch wenige Mitarbeiter die frühere Firmenzentrale betreten dürfen, gehen die 20 Beluga-Kids hier noch ein und aus. Die Kleinkinder sind Dauergäste der Kita im Teerhof. Wie lange sie noch in diesem Haus betreut werden können, wissen nicht einmal die Insolvenzverwalter.
Video: Beluga unter dem Hammer
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Schlechter Tag für Ex-Belugachef Niels Stolberg. Zur gleichen Zeit, als am Morgen das Oberlandesgericht Oldenburg im Streit um Stolbergs Privatvermögen seinem Kontrahenten, dem US-Investor Oaktree, Recht gab, versteigerte ein Auktionator die ersten Gegenstände aus der Beluga-Insolvenzmasse.
Video: Beluga-Waisenhaus vorerst gerettet
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Die "Beluga School for Life" ist gerettet. Das Waisenhaus in Thailand stand nach der Pleite der Bremer Beluga-Reederei unmittelbar vor dem Aus. Doch dank Spenden von Bremer und Hamburger Kaufleuten geht es jetzt weiter unter dem Namen "Hanseatic School for Life".
Video: Betrugsverdacht gegen Stolberg erhärtet
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Der Betrugs-Verdacht gegen den Bremer Reederei-Gründer und Unternehmer Niels Stolberg hat sich weiter bestätigt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Bremen jetzt mit. Acht Terabyte Datenmaterial haben die Bremer Staatsanwälte in der Beluga-Zentrale beschlagnahmt. "Mehr Material als beim Bremer Vulkan", klagen die Ermittler. Darunter sei auch belastendes Material gegen Stolberg.
Untergang der Beluga-Reederei
Ihr Gründer Niels Stolberg steht unter Betrugsverdacht. Der Firmenbesitz liegt in den Händen des Insolvenzverwalters und wird zu Geld gemacht, um die Gläubiger zu bedienen. Hintergründe und Berichte in unserem Online-Dossier. Mehr...
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