Widerspruch des Beluga-Gründers abgelehnt
Beluga-Gründer Niels Stolberg muss eine weitere Niederlage hinnehmen. Das Landgericht Oldenburg entschied am 24. Juni 2011, dass das Privatvermögen des Reeders eingefroren bleibt. Die von dem Unternehmer gegründete Bremer Reederei ist insolvent und wird zurzeit abgewickelt. Im Frühjahr hatte der US-amerikanische Anteilseigner Oaktree Stolberg entmachtet und wegen Bilanzfälschung angezeigt. Außerdem ließ der Investor dessen Gelder sperren. Dagegen legte Stolberg Beschwerde ein.
Das Landegericht Oldenburg bestätigte die Entscheidung des Auricher Landgerichts vom März 2011. Nach Einschätzung der Oldenburger Richter hat der Gläubiger "Oaktree" Schadensersatzansprüche in Höhe von 129 Millionen Euro glaubhaft machen können. Mit dieser Summe war der Finanzinvestor bei der Beluga-Reederei eingestiegen. Außerdem habe Stolberg gegenüber der Bremer Staatsanwaltschaft zugegeben, dass in seinem Unternehmen Bilanzen gefälscht worden seien, so zitierte das Gericht aus den Ermittlungsakten. Deshalb sei eine zusätzliche Sicherung von Stolbergs Vermögen nötig.
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Der Anwalt des Beluga-Gründers hält die Sperrung des Vermögens für unnötig. Ohne die Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters könne Stolberg seinen Angaben nach nicht darüber verfügen. Das Landgericht sah das aber anders. Solange das Insolvenzverfahren nicht eröffnet sei, könne Stolberg den Antrag jederzeit zurückziehen und somit wieder an sein Geld gelangen. In der Verhandlung war bekannt geworden, dass Stolberg Anfang April beim Anmelden seiner Privatinsolvenz eine Immobilie am Zwischenahner Meer an seine Frau überschrieben hatte.
Das Insolvenzverfahren soll erst im August oder September eröffnet werden. Seit Oaktrees Anzeige ermittelt die Bremer Staatsanwaltschaft gegen den Reeder. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, steht nach Angaben eines Sprechers noch nicht fest. Ende Juni könnte es ein erstes Zwischenergebnis geben.
Die Versteigerung von Büromöbeln aus dem Gebäude der insolventen Beluga-Shipping-Gesellschaft hat am 24. Juni 2011 ein schnelles Ende gefunden. Ein einzelner Bieter hat das komplette Inventar für 25.000 Euro ersteigert. Mehr als 100 Bieter waren zu der Auktion gekommen, mussten aber wieder gehen ohne auch nur ein Gebot abzugeben. Beluga-Shipping ist eine der vielen Tochterfirmen der Beluga-Gruppe, die nach der Insolvenz abgewickelt wird.
Untergang der Beluga-Reederei
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