Bremer Bildungspolitik
Chaos an den Bremer Schulen. Es fehlen Lehrer, es fehlt Geld, es fehlt Planung. Die Zahlen verwirren. Zurück bleiben verunsicherte und verärgerte Schüler, Eltern und Lehrer und die Frage: Wie konnte es überhaupt dazu kommen?
Düstere Aussichten an Bremer Schulen: Es gibt wenig zu lachen beim Thema Bildung.
Das weiß keiner so ganz genau. Das Bildungsressort ist überzeugt, dass 110 zusätzliche Lehrer ausreichen. Die Schulen dagegen wollen 170 weitere Lehrkräfte. Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) spricht von einem Kompromiss. Und zwar zwischen dem, was finanziell machbar ist und dem, was sich die Schulen gewünscht haben.
Die Bildungsbehörde geht offenbar danach, wie viele Schüler an einer Schule sind. Nach Meinung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) führt aber genau das zu einer Schieflage. Denn es müsste auch geklärt werden, wie viele Lehrer eigentlich an der jeweiligen Schule arbeiten. Denn durch Schwangerschaft oder Altersteilzeit fehlen auch mal Lehrer. Sie werden wohl aber trotzdem gezählt, vermutet die GEW. Dadurch gibt es Lücken, die die Behörde aber nicht erkennt. Diese Berechnung könnte also ein Knackpunkt sein.
Der Bremer Senat hat das Schulsystem zuletzt ordentlich umgekrempelt: Ganztagsschule, Oberschule und Inklusion (gemeinsamer Unterrricht von behinderten und nicht behinderten Schülern). Für diese ehrgeizigen Reformen ist Personal und vor allem auch Geld nötig. Möglicherweise war das eine Nummer zu groß.
Die GEW skizziert ein düsteres Szenario und befürchtet in den kommenden Jahren einen Kahlschlag bei den Lehrern. Grund: Das Kollegium ist überaltert. Zwei von drei Lehrern gehen in Pension. Junge Lehrer springen immer häufiger ab, weil sie in Bremen keine Einstellungszusage bekommen, erklärt Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW. Sie gehen dann lieber nach Niedersachsen. Das verschärft die Situation zusätzlich.
Da hilft wohl nur ein Zusammenraufen. Bildung kostet Geld. Bremen hat aber eigentlich nichts. Deswegen muss dann an anderer Stelle wieder gestrichen werden. Hier aber beißt sich die Katze in den Schwanz. Auf jeden Fall müssen Schulen und Bildungsbehörde einen gemeinsamen Nenner finden, wie ermittelt wird, wie viele Lehrer in Bremen gebraucht werden. Dann ist ein Streitpunkt ausgeräumt.
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