Kurzer Tunnel für A 281
Es geht um die Weserquerung im Nordwesten Bremens. Die Autobahn 281 soll am rechten Weserufer bei den Stahlwerken im Stadtteil Häfen in einen Tunnel geführt werden, der auf der linken Flussseite am Rande des Ortsteils Seehausen endet. Wie lang dieser Tunnel sein wird und wo genau er an die Oberfläche kommt, darüber streiten die Seehauser schon seit Jahren mit der Stadtgemeinde Bremen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am 24. November 2011 die Klage der Anwohner abgewiesen.
Die Bundesrichter in Leipzig halten die fünf Klagen von sieben Betroffenen für unbegründet. Sie können keine Fehler der Stadt Bremen bei der Planung des Tunnels erkennen. Nach Ansicht des Gerichts wird der zu erwartende Straßenlärm die Grenzwerte nicht überschreiten. Auch die Bedenken, dass der Tunnel Auswirkungen auf ein Vogelschutzgebiet hat, teilen die Richter nicht.
Video: Gericht bestätigt Autobahntunnel
Einstellungen, Infos und Kommentare
Zuvor hatten die Leipziger Richter den Fall gründlich geprüft. Sie forderten sogar sieben Jahre alte Gutachten an, in denen die Vor- und Nachteile der beiden Tunnelbau-Varianten ermittelt und bewertet wurden. Auch Pläne, auf denen die unterschiedlichen Techniken miteinander verglichen werden, sahen sich die Richter an. Ferner musste die Bremer Verwaltung darlegen, wie eine Behörde, die die Autobahn plant, gleichzeitig die neutrale Anhörung der Betroffenen sicherstellen kann. Denn in Bremen sind beide Organisationsbereiche im Hause des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr, Joachim Lohse (Grüne), vereint. Zudem prüften die Richter auch, ob fällige Entschädigungen für die Stahlwerke Bremen – auf deren Gelände das nördliche Tunnelportal läge – den möglichen Bauvarianten richtig zugeordnet wurden. Eine nicht unwichtige Rolle spielte wohl auch die Frage, ob denn ein Investor gefunden wurde, der den Tunnel baut. Denn nach den Plänen des Bundes soll die Weserquerung für Bundesautobahn 281 privat vorfinanziert und letztlich durch die Maut der Nutzer bezahlt werden.
Video: Richter beraten über Tunnellösung
Einstellungen, Infos und Kommentare
Sieben Seehauser Bürger klagten gegen die Freie Hansestadt Bremen. Ihre Häuser sollen abgerissen werden, um den Tunnel im so genannten "Einschwimm- und Absenk-Verfahren" realisieren zu können. So sieht es der von der Stadtgemeinde Bremen festgestellte Plan vor. Die Kläger sehen Fehler im Verfahren und halten den Plan für rechtlich anfechtbar. Sie stützen sich im Wesentlichen auf drei Argumente:
Die Stadtgemeinde hat sich auf eine bestimmte Bautechnik festgelegt: das so genannte Einschwimm- und Absenk-Verfahren – und damit auf die kürzere Tunnelvariante. Das entscheidende Argument: billiger im Bau und im Unterhalt. Der baupolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion machte im Parlament deutlich: Entweder dieser Tunnel wird gebaut oder gar keiner. Dennoch rechnet die Behörde nicht damit, dass die Richter in Leipzig ihre Planung einfach durchwinken. Zumindest die Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses, den Flächennutzungsplan, will sie ändern. Bei dem Verfahren ist Bürgerbeteiligung vorgeschrieben. Zwei oder drei Anhörungen hält Senator Lohse für denkbar.
Es geht um die Tunnelvariante für die Autobahn 281, die die Autobahn von Bremerhaven (A 27) mit der Trasse ins Ruhrgebiet und Rheinland (A 1) verbinden soll. Komfort gegen Kosten, das ist der Zielkonflikt. Die kurze Variante kostet 230 Millionen Euro, die lange Bohrtunnel-Variante mindestens 30 Millionen Euro mehr. Und auch diese Zahlen sind umstritten.
So – oder so?
Seit beinahe 20 Jahren wartet sie darauf, dass der Autobahnring um Bremen herum geschlossen wird. Bremen als bedeutender Standort der Logistikbranche hat vor einigen Jahren das Güterverkehrszentrum (GVZ) aus dem Boden gestampft. Es liegt zwischen der Bremer Neustadt und dem Dorf Seehausen. Zahlreiche Speditionsunternehmen siedelten sich im GVZ an. Sie hoff(t)en auf den für sie wichtigen Autobahnanschluss. Die GVZ-Entwicklungsgesellschaft berichtete im Herbst 2010 von ersten Logistikern, die den Standort wieder aufgegeben haben. Weitere Spediteure erwägen ebenfalls diesen Schritt. Dazu gehört auch die Spedition Hellmann, eines der Großen in der Branche.
Derzeit gibt es nur zwei befahrbare Teilstücke der A 281: Von der A 27 bis zu den Häfen rechts der Weser und vom Güterverkehrszentrum nach Süden am Rande der Neustadt und am Flughafen vorbei bis auf den alten Autobahnzubringer zur A 1 bei Arsten. Was vor allem fehlt, ist eine kurze Anbindung nach Norden in Richtung Bremerhaven. Dafür wird der Wesertunnel gebraucht.
Tiefwasserhafen der Superlative
Deutschlands einziger Seehafen mit Tiefgang ist ein gigantisches Projekt. Ab August 2012 sollen die größten Containerschiffe der Welt Wilhelmshaven anlaufen. Es ist ein Vorhaben der Superlative: Erst Deutschlands größter Sandkasten, dann Norddeutschlands größte Baustelle. Der Jade-Weser-Port ist ein ehrgeiziges Projekt der Länder Niedersachsen und Bremen. Mehr...
Untersuchungsausschuss Krankenhauskeime
Der Tod von drei frühgeborenen Babys in der Kinderklinik Bremen-Mitte beschäftigt einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Bremer Landtags. Wir berichten hier über jede Sitzung. Mehr...
Windenergie-Dossier
Seit dem Reaktorunglück in Fukushima ist die Energiewende ein Dauerbrenner in Medien und Politik. Welche Potentiale die Windenergie bietet und wo es Schwierigkeiten gibt, erfahren Sie in unserem Dossier. Mehr...
Drogenpolitik auf dem Prüfstand
Vor fünf Jahren wurde Kevins Leiche im Kühlschrank seines Stiefvaters gefunden. Der Zweijährige starb unter den Augen der Behörden. Seitdem steht die Bremer Drogenpolitik auf dem Prüfstand. Mehr...
Stille Einlagen ummünzen?
Bremen soll seine stille Einlage an der Bremer Landesbank aufgeben und statt dessen Anteile an der Bank bekommen. Denn die Landesbank-Mutter, die NordLB, braucht mehr Eigenkapital. Niedersachsen macht Druck, doch die Bremer sind noch nicht überzeugt. Mehr...
Jetzt läuft
buten un binnen heute
Unter anderem mit folgenden Themen: Wohl Millionenschaden nach Brand im Gewerbegebiet Bayernstraße +++ Forschungs-Windenergieanlage eingeweiht +++ Erster Schul-Migrationsbeauftragter in Bremen. Moderation: Andree Pfitzner. Mehr...
25. Mai, 19:30 Uhr | RB TV
Info: Die Rundschau
Sendezeit:
Mo. - Fr., 7, 8, 12, 16, 17 Uhr
Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
Sendezeit:
Mo., - Fr.,
6:05 - 9 Uhr
12:08 - 13 Uhr
17:08 - 18:30 Uhr
Sa.,
8:05 - 9 Uhr
12:05 - 13 Uhr
Politik-Podcasts
Politik-Beiträge hören – wann und wo Sie wollen: Hier werden Ihnen jeweils die neuesten Podcast-Dateien zum direkten Download angeboten. Mehr...