Geständins einer drogenabhängigen Mutter
Erstmals berichtet eine ehemalige Drogenabhänige öffentlich davon, wie sie ihren Kindern Suchtmittel verabreicht hatte. Der kleine Sohn bekam eine Schlaftablette, damit er Ruhe gibt, die Tochter Kokain, um sie wach zu halten. Der Staatsrat für Gesundheit sieht die Verantwortung auch bei sozialen Einrichtungen.
"Ich muss nur auf die Dosierung aufpassen", sagt Lauras Mutter.
Eigentlich habe sich die ehemals drogenabhängige Mutter Laura (Name geändert) nicht vorstellen können, dass Eltern ihren Kindern Drogen geben - schließlich tat sie es selbst. "Dann hab ich halt gedacht: 'Gib ihm einfach eine Tablette und er ist ruhig'", beschreibt sie ihren Gedankengang, als sie ihrem Baby eine Schlaftablette verabreichte. Sie selber habe da auf ihre Schwester und die Drogen gewartet, Aggressionen und Angst, dem Kind etwas zu tun gespürt.
Ängste hätten auch eine Rolle gespielt, als sie ihrer neunjährigen Tochter Kokain ins Getränk kippte, um sie wach zu halten. Sie habe nicht alleine sein wollen, sei selber auf Drogen gewesen und habe sich gedacht, dass ihr ja auch nichts passiere, sie müsse nur auf die Dosierung aufpassen. "Ich denke, dass die Hemmschwelle da auch ganz anders ist, als bei Menschen die nicht mit Drogen zu tun haben", meint Laura.
Schicksale wie das von Laura und den Familien der getesteten Kinder beschäftigen auch Hermann Schulte-Sasse. "Je älter die Kinder werden, umso wahrscheinlicher werden solche Kinder auch in sozialen Gruppen sich aufhalten, die außerhalb der Familie liegen, so der Staatsrat für Gesundheit. Dort falle viel eher auf, ob etwas nicht stimme, als im Familienkreis.
Eine Meinung, die der Kinderarzt Wolfram Roger nicht vertritt. Er weist darauf hin, dass sowohl Drogen als auch Medikamente zur Beruhigung von der Leber abgebaut und über die Nieren ausgeschieden würden. "Nach dem Abbau würde man den Kindern unter Umständen nichts anmerken", gibt er zu bedenken.
Erneut Drogen in Kinderhaaren gefunden
Hintergrund zu Haaranalysen bei Kindern
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