22. Oktober 2012, 7:50 Uhr
Millioneninvestition
Der Autoexport über Bremerhaven boomt. Tausende Fahrzeuge werden dort täglich umgeschlagen. Sie kommen per Bahn und werden dann verschifft. Weil der Autoumschlag stetig zugelegt, müssen werden die Kapazitäten der Hafenbahn ausgebaut werden. Deshalb investiert Bremen insgesamt rund 60 Millionen Euro in die Infrastruktur der Hinterland-Anbindung.
In Bremerhaven werden Tausende Autos umgeschlagen.
77 Prozent aller deutschen Nobelautos werden exportiert, jedes vierte davon nach Übersee. Sie kommen per Bahn nach Bremerhaven und werden dort veschifft. Deshalb muss die Infrastruktur in Bremerhaven mitwachsen, sagt Holger Banik, Chef von Bremenports und somit auch der bremischen Hafenbahn.
Es habe in den letzten Monaten häufig Engpässe gegeben, sagt er. Denn der Autoumschlag hat zugenommen. Jetzt sei es an der Zeit, "dass wir Infrastruktur schaffen, die dann auf die Zukunft ausgerichtet ist."
11 Millionen Euro hat das Land Bremen bereits für die Verlängerung der Gleisanlagen im Kaiserhafen freigegeben, die noch im Jahr 2012 beginnt. Ebenfalls im Jahr 2012 soll eine 24-Millionen-Investition beschlossen werden – für die Erweiterung der Anlage Imsumer Deich, von jetzt sechs auf 14 Gleise bis zum Jahr 2016.
Bis 2018 will die Bremische Hafenbahn für weitere 24 Millionen Euro acht zusätzliche Gleise in Speckenbüttel neu bauen. Insgesamt steckt das Land also knapp 60 Millionen in den Ausbau der Gleisanlagen.
Doch die Anbindung an das Hinterland muss mithalten, sagt Banik. Der Bund müsse ausreichend Bahngleise für den Güterverkehr zur Verfügung stellen. Der Bau der Y-Trasse sei "natürlich ein Vorteil", aber eine andere Verkehrsführung sei auch möglich. Wichtig sei nur, dass es bald eine Entscheidung gebe.
Bremerhaven: Ausbau der Gleisanlagen für den Hafen, [3:39]
Ein Beitrag von Mario Neumann
Vorausgesetzt, die wirtschaftliche Entwicklung bleibt einigermaßen stabil, ist beim Güterverkehr von und zu den Häfen mit einem Vielfachen der heutigen Frachtraten zu rechnen. Doch die Infrastruktur für das große Geschäft, das in den Häfen abläuft, ist marode.
Das Nadelöhr liegt in Bremen. Der Hauptbahnhof lässt sich nicht erweitern. Deshalb muss man den Hauptbahnhof Bremen mit einer Güterumgehungsbahn entlasten. Doch dafür bräuchte man, in Bremen wie in Niedersachsen, Politiker, die anpacken. Anpacken – nicht die schlechteste Tugend. Beherrscht man sie nicht, heißt es irgendwann einpacken.
Kein Kamel durchs Nadelöhr
Ein Kommentar von Gerald Sammet
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