Sanierung der Spundwand
Die Kaje des Jade-Weser-Ports ist nun wieder dicht. Bis Ende Juli fanden die Taucher an der Spundwand rund 270 Risse, so genannte Schloss-Sprengungen. Jetzt hat die Baufirma "Bunte" eine Betonmauer auf einem Teilstück davor gesetzt. Radio-Bremen-Reporter Markus Daschner sprach mit dem Geschäftsführer der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft, Axel Kluth, über die Sanierung.
Hier hängt die Betonmauer in elf Metern Tiefe.
Er ist dafür verantwortlich, dass der Tiefwasserhafen pünktlich an den Betreiber Eurogate übergeben wird. Axel Kluth führt die Geschäfte der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft. Der 62-Jährige hat im Auftrag von Bremen und Niedersachsen einen Hafen bauen lassen, der noch vor der Inbetriebnahme die ersten Mängel aufweist. Zirka 270 Risse, so genannte Schloss-Sprengungen, haben Taucher an der Spundwand entdeckt. Die besteht aus Trag- und Füllbohlen, die durch "Schlösser“ mit Haken und Klammern verbunden sind. Noch ist ungeklärt, warum so viele Stellen aufgeplatzt sind.
Auf den ersten 400 Metern am südlichen Kajen-Ende gab es keine Risse, aber dann gleich 230 auf den nächsten 650 Metern bis zur 1.000-Meter-Grenze. Hier setzte die Baufirma "Bunte“ in elf Metern Tiefe eine dicke Betonwand davor. Dazwischen füllte sie mehr als 20.000 Kubikmeter Beton. Die vereinzelten Risse am Nordende sollen bis Jahresende mit Metallplatten verschraubt werden. "Aber die Kaje ist dicht", so Axel Kluth. Zudem könne die zirka 600 mal zehn Meter große Mauer nicht umkippen, weil die einzelnen Platten an den Fenderpfählen befestigt sind.
Video: Axel Kluth erklärt, wie die Mauer vor die Spundwand gesetzt wurde
Einstellungen, Infos und Kommentare
Während die Gutachter noch prüfen, wie es zu den Rissen kommen konnte, geht Axel Kluth immer noch von einem Versicherungsfall aus. Die drei Baufirmen der Arbeitsgemeinschaft (Arge), Bunte, Möbius und Voss, weisen alle Spekulationen zu ihrem Rammverfahren zurück. Sie sind mit den Sanierungsarbeiten der Spundwand in Vorleistung gegangen: zirka 50 Millionen Euro. Bunte-Chef Manfred Wendt ist sich sicher, der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft einen neuwertigen Hafen ohne Nutzungseinschränkungen zu übergeben. Zwar hatten die keine Kaje mit Betonwand bestellt, aber für Axel Kluth ist allein die technische Qualität der Kaje entscheidend. Diese sei mit der Betonwand gewährleistet. Die Tragfähigkeit der Spundwand sei durch die Schloss-Sprengungen nie eingeschränkt gewesen, sagt Kluth im Radio-Bremen-Interview. Durch die Sanierungsarbeiten werden lediglich die Öffnungen abgedichtet.
Seit dem 25. Juli sind die Arbeiten an der Kaje abgeschlossen, die ersten 1.000 der 1.750 Meter langen Hafenmauer können in Betrieb gehen. Wenn es nach Geschäftsführer Kluth geht gleich am 5. August. Aber der künftige Hafenbetreiber Eurogate konnte bisher nur auf einem Teilstück von 350 und später 600 Metern die Containerbrücken eingeschränkt testen. Deshalb startet Eurogate jetzt den Probebetrieb, der ursprünglich schon Anfang Mai geplant war. Erst am 21. September wird Deutschlands erster Tiefwasserhafen offiziell starten.
Baustellenreportage: Die Mauer steht, [4:06]
Beitrag von Markus Daschner
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