Chronologie
Von der ersten Absichtserklärung der beteiligten Länder bis zu den Bauarbeiten war es ein langer Weg. Unterbrochen wurde er durch diverse Gerichtsverfahren, dem Absprung Hamburgs und mehrfach verschobenen Eröffnungsterminen.
Video: Chronik der Widrigkeiten - zusammengefasst von Markus Daschner.
Einstellungen, Infos und Kommentare
März 2001: Die Länder Niedersachsen (Ministerpräsident Gabriel), Bremen (Bürgermeister Scherf) und Hamburg (Bürgermeister Runde) einigen sich auf Wilhelmshaven als Standort eines neuen Container-Tiefwasserhafens.
Mai 2002: Hamburg steigt aus und verzichtet auf eine Beteiligung.
Juni 2002: Niedersachsen und Bremen halten an der gemeinsamen Realisierung des neuen Hafens fest.
April 2003: Die Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft nimmt ihre Arbeit auf.
März 2006: Das Bremer Unternehmen "Eurogate" erhält den Zuschlag für den Betrieb des künftigen Containerterminals.
April 2007: Die Realisierungsgesellschaft vergibt den Bauauftrag zunächst an die Hochtief-Gruppe.
Juni 2007: Die Vergabekammer in Lüneburg gibt der unterlegenen Bietergemeinschaft um die Papenburger Bunte-Gruppe Recht und verlangt eine erneute Prüfung.
September 2007: Das Oberlandesgericht Celle schließt Hochtief von der Vergabe aus. Bunte siegt im Rechtsstreit. Zur Arbeitsgemeinschaft (Arge) gehören neben der Johann Bunte Bauunternehmung auch die Josef Möbius Bau-AG aus Hamburg, die Heinrich Hecker GmbH aus Oldenburg und Die Ludwig Voss GmbH aus Cuxhaven.
März 2008: Mit ersten Sandaufspülungen beginnt der Bau des Tiefwasserhafens. Insgesamt werden 45,9 Millionen Kubikmeter Sand bewegt.
April 2008: Die Bauarbeiten verzögern sich. Die ursprünglich für Ende 2010 geplante Inbetriebnahme verschiebt sich um mindestens ein Jahr.
Juli 2009: Der Bau der Bahnanbindung startet.
November 2009: Eurogate zieht eine Ausschreibung für Asphaltierungsarbeiten zurück. Die Inbetriebnahme verzögert sich erneut.
Dezember 2009: Die letzte von 2.900 Spundwandbohlen der Kaje wird eingerammt.
Mai 2010: Realisierungsgesellschaft und Betreiber "Eurogate" einigen sich darauf, erst im August 2012 zu starten.
April 2011: Der Anschluss an das deutsche Schienennetz ist fertig.
Mai 2011: Die 7. Nationale Maritime Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) findet auf dem Gelände statt.
August 2011: Die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg wird sich nach Bahnangaben mindestens bis 2016 verzögern.
Oktober 2011: Zweigleisiger Ausbau der Schienenstrecke von Oldenburg zum Jade-Weser-Port beginnt.
Oktober 2011: Der Grundstein für das Terminal-Gebäude wird gelegt.
Dezember 2011: Der Jade-Weser-Port wird an die Autobahn 29 angeschlossen.
März 2012: Die ersten vier von 16 Containerbrücken erreichen Wilhelmshaven.
Frühjahr bis Sommer 2012: Taucher entdecken zahlreiche Risse in der Spundwand. Zunächst wurden etwa 50 so genannte Schlosssprengungen gezählt. Später war sogar von 350 die Rede. Im Bereich mit vielen Rissen setzt die Baufirma "Bunte" eine Betonmauer davor und verschweißt die restlichen Einzelstellen.
25. Juli 2012: Hafenbetreiber "Eurogate" startet den Probebetrieb auf den ersten 1.000 Metern Kaje. Der zweite Teil soll ein Jahr später in Betrieb gehen.
5. August 2012: Nur der Schlepperhafen wird feierlich eröffnet von überwiegend niedersächsicher und bundespolitischer Prominenz - aber ohne Bremer Beteiligung. Eigentlich war an diesem Tag die Inbetriebnahme des gesamten Jade-Weser-Ports geplant.
21. September 2012: Der Hafen soll den Betrieb aufnehmen.
Wegen der Sanierung der Spundwand startete zunächst der Probebetrieb später und damit verschob sich auch die offizielle Eröffnung von Deutschlands ersten und einzigen tideunabhängigen Tiefwasserhafens. Die Investitionskosten belaufen sich auf eine Milliarde Euro. Hinzu kommen nun noch die Kosten für die nachträglichen Reparaturen an der Spundwand, die sich auf etwa 50 bis 60 Millionen Euro belaufen. Der Bauträger ist dafür in Vorleistung gegangen. Wer den Schaden am Ende übernehmen muss, ist noch unklar.
Chronologie des Jade-Weser-Port, [3:19]
Von Ulrike Nehls und Sebastian Dettmer.
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