Vor der Eröffnung
Die kleine "Mecki" hatten die Verantwortlichen vom Jade-Weser-Port gechartert und viele Journalisten eingeladen. Denn der Hafen wird ja bald eröffnet. Auf der Schiffs-Rundfahrt hatten die Journalisten aber nichts Neues erfahren. Auch nicht, wie genau es laufen wird, wenn der havarierte Frachter "MSC Flaminia" noch zur Eröffnung an der Kaje liegt.
Video: Radio-Bremen-Reporter Rainer Kahrs berichtet von der Hafentour.
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Bevor der Tiefwasserhafen am 21. September eingeweiht wird, haben der künftige Betreiber Eurogate und die Jade-Port-Realisierungsgesellschaft als Bauherr eingeladen zu einer Tour durch den Hafen. Viele Journalisten aus ganz Deutschland kamen zweieinhalb Wochen vor dem offiziellen Starttermin und ließen sich zunächst auf dem Ausflugsdampfer "Mecki" und später per Bus herumfahren. Von der Wasserseite waren die riesigen Containerbrücken an der Kaje zu bestaunen. Hier proben die Eurogate-Arbeiter das Be- und Entladen der Container. Später können hier vier riesige Containerschiffe gleichzeitig anlegen.
Noch flicken Taucher im nördlichen Teil der 1.725 Meter langen Kaje die letzten Risse in der Spundwand. 341 solcher so genannter Schlosssprengungen wurden bisher entdeckt, berichtet Axel Kluth von der Realisierungsgesellschaft. Aber die Tragfähigkeit der Hafenmauer sei dadurch nicht gefährdet. Den Schaden schätzt er auf etwa 50 bis 60 Millionen Euro. Die Baufirma Bunte sei mit ihren Partnern hier in Vorleistung gegangen. Ob es am Ende ein Fall für die Versicherungen wird, prüfen derzeit noch Gutachter. Wegen der nötigen Reparaturen konnte er das Bauwerk erst später als vereinbart für den Probebetrieb übergeben werden. Trotz dieser Verzögerung laufe aber alles planmäßig. Nicht zu vergleichen mit dem Flughafen "Berlin Brandenburg International" und der Hamburger Elbphilharmonie: Mit diesen beiden Problembaustellen möchte Axel Kluth den Jade-Weser-Port nicht auf eine Stufe gestellt sehen. Denn selbst unter Berücksichtigung der Reparaturen sollen die Kosten für den Hafenneubau sogar leicht unter dem vereinbarten Budget liegen. Erfreulich für den Steuerzahler, meint der Bauherr.
Bevor aber das erste Schiff, die "Maersk Laguna", im Hafen feierlich anlegt, kommt nun ein Havarist: der Frachter "MSC Flaminia" wird im Auftrag des Havariekommandos hierher geschleppt. An Bord des 300 Meter langen Schiffs befinden sich 2.876 Container. Im Juli brach aus ungeklärter Ursache ein Brand aus. Ein Seemann starb, ein weiterer wird seither vermisst. Die "Flaminia" macht am 9. September im Nordhafen fest. Da der vordere und hintere Teil des Schiffes von dem Brand nicht in Mitleidenschaft gezogen worden war, können viele Container ganz normal von den Brücken entladen werden. Im Bereich der drei Luken in der Schiffsmitte werde man Ketten an den beschädigten, verformten Containern anbringen müssen, um sie aus dem Schiffsbauch zu heben, so Emanuel Schiffer vom Hafenbetreiber Eurogate. Die Feuerwehr Wilhelmshaven, das Gewerbeaufsichtsamt und Entsorgungsfirmen stehen bereit, das ausgebrannte Gefahrgut in Empfang zu nehmen. Ob der Frachter bis zur Eröffnungsfeier immernoch in Wilhelmshaven liegt, ist derzeit unklar.
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