Klinikum Bremen-Mitte
Nach rund zwei Monaten nimmt die Intensivstation für Frühgeboren im Klinikum Bremen-Mitte wieder Pateinten auf. Die Station war vorübergehend geschlossen wegen einer Infektionswelle, bei der 25 Frühgeborene mit einem Keim in Kontakt kamen und drei daran starben. Die Ursache konnte bislang nicht gefunden werden, Experten gehen aber davon aus, dass mangelnde Hygiene dafür verantwortlich ist. Die Klinik hat diese Probleme bereits eingeräumt. Experten vom Robert-Koch-Institut haben einige Schwachstellen benannt, die von der Klinik umgesetzt wurden. Wie die Station nun aussieht, davon konnten sich unsere Reporter auf einem Rundgang überzeugen in Begleitung des neuen, kommissarischen Chefarztes der Frühchenstation, Thorsten Körner.
Auf der Station wurden Bodenbeläge erneuert, Schränke ausgetauscht und Gardinen entfernt. Der Zugang ist jetzt nur noch durch eine Schleuse möglich. Dort steht auch gleich der erste Spender für die Handdesinfektion. Von den insgesamt 16 Plätzen auf der Station wurden zwei gestrichen. Dadurch bleibt mehr Platz zwischen den Babys und das senkt das Risiko, dass Infektionen von Patient zu Patient übertragen werden. Zudem wurde in der Mitte des Raumes eine Arbeitsstation entfernt. Früher lagen hier die Kanülen und anderes Material für die Frühgeborenen zentral an einer Stelle. Jetzt hat jedes Baby einen eigenen Rollwagen am Bett.
Um in Zukunft Infektionswellen schneller zu erkennen, werden künftig Laborberichte im Computer und nicht mehr in einem Aktenordner gesammelt. Ein Untersuchungsbericht hatte ergeben, dass durch diese Blattsammlungen die Übersicht über die einzelnen Infektionen verloren ging und dadurch das wahre Ausmaß zu spät erkannt wurde. Der Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) hofft, dass schwangere Frauen schnell wieder Vertrauen in die Station haben werden.
Der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte in Bremen hat in einer Erklärung den Klinikverbund Geno kritisiert. Aus Sicht des Verbandes seien bis jetzt keine Gründe bekannt geworden, die die fristlose Kündigung des Chefarztes der Professor-Hess-Kinderklinik, Hans-Iko Huppertz, gerechtfertigt erscheinen lassen. Huppertz sei hingegen für eine konstruktive Aufarbeitung der Vorfälle wichtig gewesen, so der Verband weiter.
Noch ist nichts normal
Kommentar von René Möller
Dossier: Keime in Bremer Klinik
Hygieneskandal in Bremer Klinik
![Keime [Quelle: Radio Bremen] Keime [Quelle: Radio Bremen]](/politik/dossiers/krankenhauskeime/keime100_v-mediateaser.jpg)
In diesem Online-Dossier werden wir Sie darüber informieren, welche Hygiene-Richtlinien in Bremer Krankenhäusern gelten und wie das Krankenhaus solche Infektionen melden muss.
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Beiträge zum Hygiene-Skandal
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