Neue Chefin für die Gesundheit Nord
Nicht zum ersten Mal wurde Jutta Dernedde gerufen, wenn es in Bremen brennt. Denn schon 2008 nach dem letzten Klinikskandal rette die Chirurgin und Krankenhaus-Managerin das Klinikum Ost. Ihr Vorgänger veruntreute Gelder und landete dafür mehrere Jahre hinter Gittern. Nun soll sie den ganzen Klinikverbund in ein sicheres Fahrwasser führen. Was Dernedde vorhat, erzählt sie im Radio-Bremen-Interview.
Mit der neuen Geschäftsführerin an der Spitze des Bremer Klinikverbundes Gesundheit Nord wird es keine großen Änderungen an der Unternehmenspolitik geben. In den wesentlichen Zügen werde sie die Unternehmenspolitik ihres Vorgängers Diethelm Hansen fortsetzen, sagte Jutta Dernedde. Hansen war von seinen Aufgaben freigestellt worden.
Ob das medizinische Zentrenkonzept überarbeitet wird, sei noch offen, so Dernedde. Es ist ein wesentlicher Baustein zur wirtschaftlichen Sanierung des Konzerns und bedeutet: Für sehr spezielle medizinische Aufgaben soll nur noch eine der vier zum Verbund gehörenden Kliniken zuständig sein. Das Keim-Problem zeige, wie schwierig es sein könne, wenn so eine Spezialklinik plötzlich ausfällt. Dennoch werde es an der Zentralisierung Änderungen – wenn überhaupt – nur in Details geben, so die neue Chefin von Gesundheit Nord.
Dass die gegenwärtige Krise den Verbund insgesamt existenziell trifft, glaubt Dernedde nicht. Alle bisher vorliegenden Zahlen würden dagegen sprechen, dass das Vertrauen der Patienten in das Klinikum Bremen-Mitte oder gar aller Kliniken im Verbund insgesamt beschädigt sei.
Die gebürtige Hamburgerin studierte nach ihrem Abitur in Hamburg Humanmedizin und arbeitete seit 1987 als Chirurgin im Allgemeinen Krankenhaus Altona. 2004 tauschte sie ihren Arbeitsplatz im OP gegen eine Tätigkeit im Management des Krankenhauses. 2008 kam Jutta Dernedde nach Bremen und wurde kaufmännische Geschäftsführerin des Klinikums Bremen-Ost.
Die Entscheidung für Dernedde wurde im Regierungslager weitgehend begrüßt. Skeptisch ist man dagegen bei der Opposition. CDU-Gesundheitspolitiker Rainer Bensch sagte Radio Bremen, er warte mit Spannung darauf, ob Hansens knallharter Sanierungskurs fortgesetzt werde. Hansen wurde lange vorgeworfen, mit seinem Zentralisierungskonzept die anderen städtischen Kliniken benachteiligt zu haben. Auch sein Führungsstil wurde oft kritisiert. Die Gesundheitssprecherin der Grünen, Kirsten Kappert-Gonther, sagte, sie gehe davon aus, dass Dernedde mit ihrem kooperativen Führungsstil vieles verändere.
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