Erneut Todesfälle im Klinikum Bremen-Mitte
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Erste Journalisten sind schon gegangen. Weitere Fragen gibt es nicht. Jürgens-Pieper beendet die Pressekonferenz und gibt Einzel-Interviews.
Dass Hansen Fehler gemacht habe, würde Jürgens-Pieper so nicht formulieren. Aber es habe im Krisenmanagement Sachen gegeben, "da hätte schärfer hingeschaut werden müssen. Das gilt insbesondere für die Probe aus dem Jahr 2009, die jetzt aufgetaucht ist.“
Hansen habe sich bei der Sanierung der Geno verdient gemacht. Die Senatorin sieht in ihm einen geschätzten Fachmann. Die Freistellung sei nicht mit einem Ereignis allein zu rechtfertigen, sondern mit einem schleichenden Vertrauensverlust.
Diethelm Hansen erwarte wohl ein arbeitsrechtliches Verfahren, sagt die Senatorin. "Es gibt eine Reihe von Gründen, die mich sagen lassen, wir sollten besser nicht mehr zusammen arbeiten. Ich werde den Aufsichtsrat darüber informieren“, so Jürgens-Pieper weiter.
Der Keim sei bei dem zweiten Kind erst nach dem Tod festgestellt worden. Es könne auch sein, dass es hatte ganz große andere Probleme hatte, denn es sei schon leblos geboren worden, erklärt die Senatorin. Staatsrat Schuster ergänzt, dass es bei beiden Kindern auch andere Gründe geben könnte für ihren Tod. Ob der Keim dafür ursächlich war, müsse nun die Rechtsmedizin klären.
Dieser Keim mit diesem bislang nur in Bremen aufgetretenen Stamm, ist sonst nur noch einmal nachgewiesen worden – in Russland. Das heißt, dass er auch nur in Bremen und Russland nachgewiesen und gemeldet wurde.
Krankenhauskeime gehören inzwischen leider zur Realität in den Krankenhäusern. Deshalb ist besondere Sorgfalt in neonatologischen Stationen notwendig, so Jürgens-Pieper weiter.
Die Senatorin geht nicht davon aus, dass jemand etwas bewusst zurück halte. "Aber es ist ein Fehler, wenn ein Untersuchungsausschuss läuft und das Hygiene-Institut erst später in den Kühlschrank und in die Akten sieht."
Staatsrat Schuster erklärt weiter, das zweite Kind sei im Klinikum Bremen-Mitte auf die Welt gekommen und hatte einen anderen Keim. Es sei dann wieder ganz normal entlassen worden. Und es ist ein Geschwisterkind, von einem Kind, dass 2009 den Keim hatte.
Jürgens-Pieper gibt bekannt, dass das erste Kind am 28. Februar gestorben ist. Es war vier Tage zuvor durch Not-Operation geboren. Die Mutter lag schon länger auf der Station und war nicht verlegbar.
Jürgens-Pieper verkündet die Schließung der neonatalen Intensiv-Pflege. Wie eine Übergangslösung und eine Dauerlösung aussehen, könne sie noch nicht sagen. "Wir wissen aber auch noch nicht, ob die Räumlichkeiten das alleinige Problem sind.“
Kinder haben sich in zwei verschiedenen Zimmern befunden. Deshalb ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass es ein Übertragungsproblem gegeben habe.
"Wir können noch nicht mit Sicherheit sagen, ob es der gleiche Keim ist. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering", so Jürgens-Pieper.
Jürgens-Pieper informiert weiter darüber, dass sie heute Morgen die beiden Todesfälle unterrichtet wurde. Gestern starb ein Frühchen – ein noch sehr, sehr kleines Kind. Ein zweiter Abstrich war positiv. Ein zweites Kind, das etwas älter war und über 3.000 Gramm Geburtsgewicht hatte ist am Montag verstorben. "Wir wissen noch nichts genaues", sagt die Senatorin. Die Geno will noch eine Pressemitteilung mit Einzelheiten rausgeben.
Hansen Freistellung ist unbefristet bis zur Aufklärung des Infektionsgeschehens. Auch Leiter des Hygiene-Instituts Kappler wird freigestellt. Die Senatorin begründet ihre Entscheidung mit "schleichenden Vertrauensverlust" und der "Erschütterung über das Krisenmanagement, das Hansen zwar nicht allein zu verantworten habe, aber federführend".
Die Senatorin berichtet, dass sie den Geschäftsführer des Klinikverbundes Gesundheit Nord (Geno) Diethelm Hansen frei gestellt hat.
Der Raum im 14. Stock ist völlig überfüllt. Renate Jürgens-Pieper (SPD) und ihr Staatsrat betreten im Blitzlichtgewitter den Raum.
Die Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) lädt um 14 Uhr kurzfristig zur Pressekonferenz ins Siemens-Hochhaus ein.
Im Klinikum Bremen-Mitte sind in der letzten Nacht zwei Frühchen an Blutvergiftung gestorben. Das teilte die Sprecherin der Gesundheitsbehörde am Vormittag des 29. Februar 2012 mit. Ob ein Zusammenhang mit den erneut aufgetretenen resistenten Keimen besteht, war zunächst nicht klar.
Hygieneskandal in Bremer Klinik
![Keime [Quelle: Radio Bremen] Keime [Quelle: Radio Bremen]](/politik/dossiers/krankenhauskeime/keime100_v-mediateaser.jpg)
In diesem Online-Dossier werden wir Sie darüber informieren, welche Hygiene-Richtlinien in Bremer Krankenhäusern gelten und wie das Krankenhaus solche Infektionen melden muss.
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