Subventionen für Bremer Kulturbetriebe
In die Museen und Theater im Land Bremen kommen immer weniger Besucher. Dafür steigen die Zuschüsse. Ein Sitzplatz im Bremer Theater kostet bis zu 200 Euro. Davon schießen die Steuerzahler pro Besuch 140 Euro dazu – über Subventionen. Diese Zahlen der Kulturbehörde liegen Radio Bremen vor. Auch bei Museumsbesuchen legt Bremen ordentlich drauf: Bis zum Achtfachen des Eintrittspreises gibt es an Zuschüssen und das, obwohl Bremen besonders klamm ist. Gerechtfertigt oder nicht? Darüber streiten der Bund der Steuerzahler, Politiker und die Verantwortlichen für Kultur.
Video: Was Kultur wirklich kostet
Einstellungen, Infos und Kommentare
Reale Eintrittspreise für Theater und Museen, [5:08]
Gespräch mit Reporterin Dorothee Krumpipe
Wenn man die Zuschüsse einmal auf die Besucherzahlen runterrechnet, dann kämen Ticket-Preise heraus, die wir uns wahrscheinlich kaum noch leisten könnten. Laut Angaben der Kulturbehörde wird beispielsweise jede Eintrittskarte ins Übersee-Museum mit 48,50 Euro bezuschusst. Ansonsten müssten wir 55 Euro für den Gang durchs Museum zahlen. Und im Deutschen Schiffahrtmuseum in Bremerhaven würde der Eintritt acht Mal mehr kosten: 46 Euro insgesamt. Utopische Zahlen, dann könnte man diese Einrichtungen auch gleich schließen.
Detailierte Liste für Bremen und Bremerhaven zum Durchklicken:
Zuschuss pro Besuch
Quelle: Bremer Kulturbehörde
Pro Jahr gibt Bremen rund 80 Millionen Euro für die Kultur-Betriebe aus. Bremer Kulturpolitiker argumentieren mit dem öffentlichen Auftrag, was beispielsweise Bildung und Jugendförderung angeht. Die Einrichtungen können im Gegensatz zu den rein privat finanzierten Betrieben nicht einfach nur Stücke oder Ausstellungen zeigen, die die meisten Zuschauer bringen. Außerdem haben manche Museen auch noch einen Forschungsauftrag oder pflegen kulturhistorisch besonders wertvolle Magazine.
Verglichen mit anderen Städten gebe Bremen eher wenig für Kultur aus - sagt die Behörde. Die Theater in den Städten gleicher Größe beispielsweise erhielten alle mehr Geld als die Bremer.
| Museum | Besucher 2010 | |
|---|---|---|
| Klimahaus | 703.374 | |
| Universum | 303.000 | |
| Auswandererhaus | 206.056 | |
| Kunsthalle | 194.634 | (2008 vor Umbau) |
| Schiffahrtsmuseum | 109.582 | |
| Überseemuseum | 107.612 | |
| Focke-Museum | 65.663 | |
| Kunstsammlung Böttcherstraße | 39.639 | |
| Neues Museum Weserburg | 30.124 | |
| Botanika | 26.910 | |
| Wilhelm-Wagenfeld-Haus | 23.019 | |
| Gerhard-Marcks-Haus | 16.152 | |
| Quelle: Bremer Kulturbehörde |
Ja, aber diese Beispiele kann man fast an einer Hand abzählen. In Bremen sind das beispielsweise das Theaterschiff und das Varieté Theater Fritz. Im Umland das Weyher Theater. Beide Bühnen setzen auf Boulevard-Stücke, die die meisten Zuschauer anziehen und damit das meiste Geld in die Kasse spielen. Zudem ist es von großem Vorteil, wenn keine Mietkosten oder Instandhaltungskosten anfallen. So kann der laufende Betrieb ganz gut gestemmt werden.
Das Klimahaus und das Auswandererhaus in Bremerhaven erhalten zwar keine Förderung direkt für den laufenden Betrieb. Dafür wurde der Bau öffentlich finanziert. Und die Wirtschaftsförderung zahlt Marketingmittel, um beispielsweise das Areal Alter-Neuer-Hafen bekannter zu machen. Hier werden beide Museen ordentlich beworben. Also wird doch noch mit öffentlichen Mitteln immerhin Werbung gemacht.
Tiefwasserhafen der Superlative
Deutschlands einziger Seehafen mit Tiefgang ist ein gigantisches Projekt. Ab August 2012 sollen die größten Containerschiffe der Welt Wilhelmshaven anlaufen. Es ist ein Vorhaben der Superlative: Erst Deutschlands größter Sandkasten, dann Norddeutschlands größte Baustelle. Der Jade-Weser-Port ist ein ehrgeiziges Projekt der Länder Niedersachsen und Bremen. Mehr...
Untersuchungsausschuss Krankenhauskeime
Der Tod von drei frühgeborenen Babys in der Kinderklinik Bremen-Mitte beschäftigt einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Bremer Landtags. Wir berichten hier über jede Sitzung. Mehr...
Windenergie-Dossier
Seit dem Reaktorunglück in Fukushima ist die Energiewende ein Dauerbrenner in Medien und Politik. Welche Potentiale die Windenergie bietet und wo es Schwierigkeiten gibt, erfahren Sie in unserem Dossier. Mehr...
Drogenpolitik auf dem Prüfstand
Vor fünf Jahren wurde Kevins Leiche im Kühlschrank seines Stiefvaters gefunden. Der Zweijährige starb unter den Augen der Behörden. Seitdem steht die Bremer Drogenpolitik auf dem Prüfstand. Mehr...
Stille Einlagen ummünzen?
Bremen soll seine stille Einlage an der Bremer Landesbank aufgeben und statt dessen Anteile an der Bank bekommen. Denn die Landesbank-Mutter, die NordLB, braucht mehr Eigenkapital. Niedersachsen macht Druck, doch die Bremer sind noch nicht überzeugt. Mehr...
Jetzt läuft
buten un binnen heute
Unter anderem mit folgenden Themen: Wohl Millionenschaden nach Brand im Gewerbegebiet Bayernstraße +++ Forschungs-Windenergieanlage eingeweiht +++ Erster Schul-Migrationsbeauftragter in Bremen. Moderation: Andree Pfitzner. Mehr...
25. Mai, 19:30 Uhr | RB TV
Info: Die Rundschau
Sendezeit:
Mo. - Fr., 7, 8, 12, 16, 17 Uhr
Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
Sendezeit:
Mo., - Fr.,
6:05 - 9 Uhr
12:08 - 13 Uhr
17:08 - 18:30 Uhr
Sa.,
8:05 - 9 Uhr
12:05 - 13 Uhr
Politik-Podcasts
Politik-Beiträge hören – wann und wo Sie wollen: Hier werden Ihnen jeweils die neuesten Podcast-Dateien zum direkten Download angeboten. Mehr...