Studie des DKFZ
Auch Raucher finden ein qualmfreies Lokal gut. Nach einer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg in Auftrag gegebenen Studie befürwortet etwa die Hälfte von ihnen ein Rauchverbot. Ein weiteres Ergebnis der Studie zu den Nichtraucherschutzgesetzen in Deutschland: Bremen ist diesbezüglich das Schlusslicht unter zwölf Landeshauptstädten.
Deutliche Kennzeichnung: In diesem Lokal darf geraucht werden.
Insgesamt hätten sich 77,5 Prozent von 2.000 Bürgern über 16 Jahren für ein Rauchverbot in Gaststätten ausgesprochen, teilte eine DKFZ-Sprecherin mit. Vor Einführung der Nichtraucherschutzgesetze seien es 53 Prozent gewesen.
Kein einheitlicher Nichtraucherschutz
Sowohl der Bund als auch die Länder erließen in den vergangenen fünf Jahren Gesetze. Die Gastronomie erreichte vor Gericht einige Lockerungen. Ein einheitliches Nichtraucherschutzgesetz für alle Lebensbereiche gibt es bisher nicht.
Das Bundesgesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens legt seit 2007 ein grundsätzliches Rauchverbot in allen öffentlichen Bundeseinrichtungen und im öffentlichen Personenverkehr fest. 2008 fällte das Bundesverfassungsgericht in einer Grundsatzentscheidung Beschlüsse für den Nichtraucherschutz in der Gastronomie. Die Richter machten deutlich, dass Ausnahmen vom Rauchverbot, wie etwa Raucherräume, die Kleingastronomie nicht benachteiligen dürfen.
Nach den Ergbenissen der Studie waren von den knapp 400 untersuchten Gastronomiebetrieben in Bremen nur etwas mehr als die Hälfte tatsächlich rauchfrei. Vier von zehn Gastwirtschaften sind so genannte "Raucher-Gaststätten" oder verfügen über einen eigenen Raucherraum. Das sind so viele wie in keiner anderen der untersuchten Städte. Gequalmt wird außerdem noch in jedem drittem untersuchten Café und jedem fünften Restaurant.
Zwar erlaubt das Bremische Nichtraucherschutzgesetz bestimmte Ausnahmen. Das Krebsforschungszentrum hat jedoch festgestellt, dass oft auch gegen Gesetze verstoßen wird. Das ist zum Beispiel bei vielen der so genannten Raucherkneipen der Fall. Sie sind entweder zu groß, bieten Speisen an oder erlauben Minderjährigen den Zutritt. Somit müsste in ihnen eigentlich das Rauchen generell verboten sein.
Insgesamt wurden zwölf deutsche Landeshauptstädte untersucht. Am besten schnitten München, Berlin und Hamburg ab.
Mehr zum Ländervergleich:
Infografik zu Nichtraucherschutz in den Bundesländern
Das Bremer Stadtamt wehrt sich gegen den Vorwurf, das Nichtraucherschutzgesetz nicht ausreichend zu kontrollieren. Dass, laut Studie, etwa jede dritte so genannte Raucherkneipe in Bremen gegen geltende Gesetze verstoße, decke sich nicht mit unseren Erfahrungen, sagte die Leiterin des Stadtamtes, Marita Wessel-Niepel, zu Radio Bremen. Nach Angaben des Amtes kontrollieren die Mitarbeiter der Behörde pro Jahr rund 300 Gaststätten. Dabei stellten sie im vergangenen Jahr nur 16 kleinere Gesetzesverstöße fest. Wie die Forscher zu diesem Ergebnis kommen, kann die Leiterin des Bremer Stadtamtes nicht erklären.
Bremen ist deutsche Raucherhauptstadt, [2:45]
Nichtraucherschutz in Bremen
![Achtung Raucherkneipe steht an einem Schaufenster [Quelle: Radio Bremen] Achtung Raucherkneipe steht an einem Schaufenster [Quelle: Radio Bremen]](/wissen/rauchen104_v-mediateaser.jpg)
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