Rocker-Domizil
Sie haben ihr Ende in Bremen 2012 selbst verkündet: Die "Hells Angels" hatten sich aufgelöst. Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) frohlockte damals sogar, "der Spuk" sei vorbei. Auch das Klubheim, der "Angels Place" Am Dobben in der Innenstadt, wurde geschlossen. Und derzeit wird das Haus abgerissen. Aber was die Polizei bisher nur vermutet hat, ist jetzt sicher: Die Rocker sind nicht verschwunden aus Bremen. Denn langsam lassen sie sich wieder blicken mit ihren Kutten, ihren Waffen und Bandenkämpfen.
Vom "Angels Place" blieben nur noch rote Flammen an den Wänden.
Wer sich genauer mit der Sache befasst, kommt sogar zu dem Ergebnis: Sie waren gar nicht wirklich weg. Das sagt auch die Bremer Polizei. Und erst im Februar gab es an der Ölmühlenstraße in der Bremer Innenstadt einen Vorfall, der das zeigt: Etwa zehn Rocker haben sich hier mit Baseballschlägern, Messern und Pistolen getroffen - offenbar war ein Bandenkampf zwischen den "Hells Angels" und den in Bremen verbotenen "Mongols" geplant. Doch die Polizei hatte Anhänger beider Gruppen angetroffen. Und so wurde diese Auseinandersetzung rechtzeitig verhindert.
"Das war ein erstes Anzeichen, dass sich die Hells Angels wieder offen zeigen", sagt Andreas Weber, Leiter der Kriminalpolizei Bremen: "Es gibt momentan Veränderung im Gefüge überwechselnd von einer Rockergruppe zur anderen. Damit gibt es auch Veränderungen bei den regionalen Machtansprüchen." Daher gebe es immer wieder Machtdemonstrationen - auch die Konfrontation in der Ölmühlenstraße stuft die Polizei als eine solche Machtdemonstration ein.
Die angebliche Auflösung der Bremer "Hells Angels" scheint so von Anfang an nicht ganz ernst gemeint gewesen zu sein. Offenbar gibt es sogar zwei neue Rockerclubs: die "Hells Angels Bremen" und die "Hells Angels Westside". Abgesehen davon haben Polizei und das Landeskriminalamt außerdem festgestellt, dass die Mitglieder innerhalb der Rockergruppen untereinander die Zugehörigkeit wechseln. Hinter dieser Taktik kann ein rechtlicher Trick stecken: Neuer Name, neuer Klub - und damit muss die Polizei neue Beweise liefern, dass jeweils in dieser neuen Konstellation Rechtsverstöße vorliegen und krumme Geschäfte gemacht werden. Denn die Erkenntnisse über die alte Formation lassen sich nicht einfach auf die nächste zu übertragen, wenn beispielsweise über ein Vereinsverbot nachgedacht wird.
Nun gibt es also neue Klubs, aber kein Klubheim mehr. Das macht es zumindest nicht einfacher, die Szene zu beobachten. Größer geworden sei die Gefahr zwar nicht, aber es ist tatsächlich eine neue Qualität mit neuen Schwierigkeiten, sagt Andreas Weber: "Wenn sie ein Vereinsheim hätten, würden wir da natürlich intensiv drauf schauen. Für die Polizei ist es jetzt eine große Aufgabe, die Veränderungen rechtzeitig zu beobachten und zu bewerten, was zu tun ist."
Die "Hells Angels" waren nie wirklich weg
Drohen neue Machtkämpfe in der Region?
"Machtgefüge könnte durcheinander geraten"
Hells Angels wieder da?
Bremer Rockerclub "Westside" offenbar neu gegründet
Rocker-Szene
![Polizisten beobachten Hells Angels auf Motorrädern [Quelle: Radio Bremen] Polizisten beobachten Hells Angels auf Motorrädern [Quelle: Radio Bremen]](/nachrichten/polizeikontrolle102_v-mediateaser.jpg)
Die Rocker im Nordwesten stellen aus Sicht der Polizei eine permanente Gefahr dar. Denn sie sind in der organisierten Kriminalität aktiv. Ob dagegen Verbote helfen, die Schließung von Klubhäusern oder Razzien – die Experten sind sich nicht einig. Mehr erfahren Sie hier in unserem Rocker-Dossier.
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