Ruinen-Kataster 2.0
Die Älteren werden sich vielleicht erinnern: In den 90er Jahren schon hat der Zentral-Elternbeirat mal ein "Ruinen-Kataster" erstellt. Was nur die bittere Übersetzung von "Investitionsstau an den Bremer Schulen" ist. Hier und da wurde nachgebessert und überhaupt haben seit dem Pisa-Schock seit über zehn Jahren alle Senate hoch und heilig erklärt, nun sei die Bildung ein politischer Schwerpunkt. Tatsächlich ist viel passiert an den Schulen – nur mancherorts scheinen die Gebäude nach wie vor in einem erbärmlichen Zustand zu sein. Unser Schul-Check ist auch ein Ruinen-Kataster 2.0.
"Es gibt viele veraltete PCs, mit denen sich zum Beispiel keine Präsentationen erstellen lassen. Eine normale Anmeldung am PC dauert 20 Minuten, wenn sie überhaupt funktioniert."
Ein Schüler hat uns geschrieben: "Das Gebäude ist sehr alt. Wenn es regnet, werden die PCs von der Wand abgezogen und Eimer aufgestellt. Es gibt leckende Rohre in der Decke, die aber nicht repariert wurden, da die zuständige Person sagte: 'Es leckt ja gar nicht mehr'. Es gibt zudem viele veraltete PCs mit Microsoft Office 2000, damit lässt sich keine Präsentation oder Ähnliches erstellen. Eine normale Anmeldung am PC dauert 20 Minuten, wenn sie überhaupt funktioniert. Bei einem Stromausfall gibt es im Keller keine Notbeleuchtung, das bedeutet, dass man im Dunkeln den Weg rausfinden muss. Die Klassenräume sind viel zu klein, manchmal gibt es nicht genug Tische für die Schüler (sie nutzen dann Fensterbänke oder Ähnliches)." Die Toiletten hat der Schüler nicht mal beschrieben!
Aus den Kommentaren und Bewertungen zum Schulcheck konnten wir klar sehen: Die Schulen sind besser als die Bildungspolitik. Die Welt besteht aber nur aus schwarz oder weiß. Natürlich gibt es auch kritische Stimmen zu Lehrern: Die Mehrheit sei "zugewandt, aufmerksam, kompetent und wirklich gut", schreiben uns Eltern, aber es gebe eben auch welche, die "unengagiert und schlecht ausgebildet" seien. Nur fürs Protokoll.
Übrigens scheint das Engagement der Kollegien ganz und gar nicht davon abzuhängen, ob das unterrichten besonders einfach ist oder nicht. Das hat unser Beispiel der Schule am Pfälzer Weg gezeigt. Eine Mutter, deren Kinder an eine andere Grundschule gehen, schreibt uns: "Die meisten Lehrerinnen und auch die Schulleitung sind immer ansprechbereit, der Sozialarbeiter macht einen super Job und auch die Schulsekretärin ist freundlich und kompetent. Und das ist bei dem Einzugsgebiet (sozialen Brennpunkt) alles nicht einfach und schon gar nicht selbstverständlich."
Ansonsten reißt die Klage über schlechtes Schulmaterial nicht ab, nicht selten verbunden mit der Kritik, dass die Förderung leistungsstärkerer Schüler nicht sonderlich ausgeprägt ist. Die Schülerin einer Oberschule berichtet: "Ich als Gymnasiastin arbeite in Mathe mit einem Hauptschulbuch, selten habe ich Unterricht im Erweiterten-Niveau." Ihr Physikbuch ist aus dem Jahr 1996. "Von wegen tolle Oberschule – wär ich mal doch aufs Gymnasium gegangen!"
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Vom 8. bis zum 19. April können Schüler, Eltern und Lehrer auf radiobremen.de über die Bremer Bildungspolitik diskutieren und sich am "Schul-Check" beteiligen. Wir wollen wissen, wo es gut läuft und wo der Schuh drückt. Mehr finden Sie hier im Online-Dossier!
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