Unterricht im Container
Container sind großartig – vor allem für den Transport von irgendwelchen Sachen, die zum Beispiel von China hier nach Deutschland gebracht werden sollen. Als Klassenraum allerdings sind Container nicht wirklich optimal.
Mona hat uns im Schul-Check geschrieben: "Ich habe seit zwei Jahren jeden Tag im Container Unterricht und es ist der Horror." Sie geht aufs Schulzentrum Geschwister Scholl in Bremerhaven und dort gibt es zwei sogenannte Containerdörfer mit Platz für rund 300 Schüler. Radio-Bremen-Reporter Mario Neumann hat sich das angeschaut.
In der Schule wurden mehr als 70 dieser Standard-Container zu zwei großen, flachen Gebäuden aneinander gestellt. Immer drei oder vier Container zusammen ergeben so einen Klassenraum. Diese sehen von innen auch recht normal aus. Trotzdem sind die Schüler nicht unbedingt scharf auf den Unterricht im Containerdorf:
"Im Sommer ist es viel zu warm und im Winter viel zu kalt da drin. Es war scheiße kalt in den ersten Stunden." Aber es gibt auch positive Stimmen: "Ich finde die Container gar nicht so schlecht. Im Sommer macht man alle Fenster auf, das ist dann in Ordnung." In manchen Räumen gingen die Fenster aber nicht auf, erzählen andere. Oder die Rollläden blieben einfach unten, auch wenn man sie hochziehen wollte.
Tatsächlich sind die "Klassenräume in Mobilbauweise" – so der Fachjargon – zum Teil schon ein bisschen in die Jahre gekommen und rosten vor sich hin. In Bremerhaven stehen viele dieser Provisorien schon seit fünf Jahren auf dem Schulgelände in Lehe. Ursprünglich waren die Miet-Container nur als dreijährige Übergangslösung gedacht, für die Zeit, in der das Schulgebäude renoviert wurde. Dann gab es aber mehr Schüler und es kamen auch neue Angebote für schulpflichtige Kinder dazu – mehr Platz war nötig.
Auch Mobil-Container erfüllen alle gesetzlichen Bestimmungen für den Unterricht.
Nichts ist langlebiger als ein Provisorium: Die Container sind geblieben, es sind sogar noch mehr geworden – und sie sollen noch bis zum Sommer 2016 bleiben. Aktuell mit Platz für 14 Schulklassen.
Der Chef der städtischen Immobiliengesellschaft Frank Jacobsen versichert: "Auf die acht Jahre gerechnet kosten die Container-Klassenräume weniger als die Hälfte eines Neubaus. Klar, die sind nicht ganz so komfortabel wie ein festes Schulgebäude und in diesem Winter hat auch noch die Heizung nicht so funktioniert, wie sie sollte." Daran kann sich Lena noch sehr gut erinnern: "Wir hatten zwölf Grad im Winter. War nicht so ganz schön. Und jetzt haben wir noch zwei weitere Heizungen dazu bekommen, weil der Heizstrahler nicht gereicht hat, den wir selber hergebracht haben."
Immerhin gibt es seit Ostern dieses Jahres ein Smartboard mit Beamer und Computer, sagt eine Schülerin – nach einer "offline-Pause" – "Angeblich hätten irgendwelche Mäuse die Kabel durchgebissen und so funktionierte zwei oder drei Monate hier kein Internet mehr."
Außerdem ist die Containerschule extrem hellhörig. Und im Sommer ist es in den vergleichsweise niedrigen Räumen stickig. Ähnliche Probleme gibt es auch in der Werkstattschule in Bremerhaven, wo ebenfalls "übergangsweise" Container stehen. Die Lösung für das Schulzentrum Geschwister Scholl ist wohl ein fester Anbau. Aber angeblich ist der Raumbedarf ab 2016 wieder ein ganz anderer – und die Container werden gar nicht mehr gebraucht.
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