Amtszeit von 1990 bis 1995
Henning Scherf ist davon überzeugt, dass sich Schulen nicht allein durch Reformen verbessern lassen, sondern durch qualifiziertes pädagogisches Personal.
Ein wichtiger Grund für diese schlechten Vergleichsergebnisse sind die strukturbedingten hohen Arbeitslosenzahlen und die oft daraus resultierenden belastenden Familienverhältnisse der Kinder. Inzwischen ist eine ungewöhnliche Zuwanderung von bildungsfernen Familien dazugekommen. Nahezu jedes zweite Grundschulkind hat bei uns einen Migrationshintergrund. Beides zusammen sind wohl die Hauptgründe.
Wir wollten in der Ampelkoalition die scharfen bildungspolitischen Gegensätze zwischen Liberalen und Rot-Grünen durch ein neues Gesetz überwinden. Das Gesetz gefällt mir immer noch, aber Schule wird nicht über Gesetzeskompromisse besser, sondern allein durch qualifiziertes pädagogisches Personal. Ich hatte kaum Chancen neue Stellen zu besetzen, weil wir noch erhebliche Überhänge abarbeiten mussten. Und das dauert bei lebenslanger Beschäftigungsgarantie sehr lange, zu lange.
Wichtig ist für Grundschüler, dass sie alle schon mehrere Jahre Kindergartenförderung erfahren haben. Beide Angebote müssen miteinander verflochten werden. Die Elternbeteiligung muss alle einbeziehen. Familienbegleitende Angebote sind gerade für Migrantenfamilien eine entscheidende Forderung.
Wir müssen uns schon in der Grundschule auf die Vergleichsstandards einlassen. Eine Verweigerungshaltung gegenüber dieser Art von Rankings hilft nicht weiter.
Wir müssen Grundschulen und Kitas eng miteinander verzahnen. Ganz wichtig ist das Ganztagsschulprogramm. So können die elterlichen Bildungsdefizite aufgearbeitet werden. Eltern und Nachbarschaft müssen mehr einbezogen werden. Die Grundschule braucht eine gesellschaftliche Aufwertung.
Diskutieren Sie mit im:
Schulsystem auf dem Prüfstand
Willi Lemke (SPD)
Für die schlechten Pisa-Ergebnisse bekam er quasi einen "Blauen Brief". Denn viele Bremer Schüler können nicht gut lesen und hinken auch in den naturwissenschaftlichen Fächern ein Schuljahr hinterher. Allein am Geld könne es aber nicht liegen, da ist sich der Senator sicher. Mehr...
Bringfriede Kahrs (SPD)
Erst nach ihrer Amtszeit nahmen Bremer Schüler am Pisa-Test teil und belegten seitdem immer die letzten Plätzen. Einen Grund sieht die ehemalige Senatorin in der schwierigen sozialen Situation der Großstädte. Mehr...
Horst von Hassel (SPD)
Hassel meint, dass sich Bremen mit der aktuellen Schulstruktur weit entfernt hat von den Zielvorstellungen der Jahre 1949 und 1975, von dem Bild einer gemeinsamen Schule, wie sie einer demokratischen Gesellschaft entspräche, frei von Aussonderung, getragen von dem Vertrauen, dass längeres gemeinsames Lernen allen zugute kommt. Mehr...
Moritz Thape (SPD)
Schulvergleich gab es in seiner Amtszeit nicht. Als er das Bildungsressort übernahm, ging es vielmehr um Schulneubauten und um die gleichen Chancen für alle Kinder. Ein längeres gemeinsames Lernen konnte sich aber in Bremen nicht durchsetzen. Mehr...
Kommentare Bildungspolitik
Die letzten Beiträge im Gästebuch:
CharLy H.-G. Wardelmann: Medien akzeptieren die Lüge
Meyer: Ungenügend
König: Lehrmittelfreiheit
Acw: Stundenausfall: Bremen will erst 2014 anfangen zu löschen
Harald Marquart: Es wird sich nichts ändern!
Zeugnis für Bremer Schulen
Nach den vielen Vergleichsstudien, bei denen Bremen immer auf den hinteren Plätzen gelandet ist, wollten wir von Ihnen wissen: Was ist gut, was schlecht. Wo drückt der Schuh am meisten? Was müsste passieren, damit Bremen im Ländervergleich die rote Laterne abgeben kann? Rund 270 Kommentare und Bewertungen gingen in unserem Schul-Check ein. Dafür herzlichen Dank! Mehr...
Ihre Durchschnittsnote für die Bremer Bildungspolitik
Wir haben Sie nach Ihrer Bewertung der bisherigen Bremer Bildungspolitik gefragt und Sie haben uns geantwortet. Daraus haben wir Ihre Durchschnittsnote errechnet. Mehr...
Schul-Check-Team
Wollen Sie uns etwas mitteilen, ihre Anregungen loswerden oder Fragen zum Schul-Check stellen, dann schicken Sie uns einfache eine E-Mail an recherche@radiobremen.de!
Dossier: Schul-Check
![Leerer Klassenraum mit hochgestellten Stühlen [Quelle: Radio Bremen] Leerer Klassenraum mit hochgestellten Stühlen [Quelle: Radio Bremen]](/nachrichten/schule100_v-mediateaser.jpg)
Vom 8. bis zum 19. April können Schüler, Eltern und Lehrer auf radiobremen.de über die Bremer Bildungspolitik diskutieren und sich am "Schul-Check" beteiligen. Wir wollen wissen, wo es gut läuft und wo der Schuh drückt. Mehr finden Sie hier im Online-Dossier!
Mediathek
Alle Seiten
Fragen an die Politik
Jetzt auf radiobremen.de
Tote Frau im Pflegeheim: Bremer Sozialsenatorin will tägliche Kontakte
VBN-Jahresbilanz: Fahrgastzahlen und Einnahmen gestiegen
Forderung der Linken: Müllabfuhr soll wieder in städtische Hand
Neuer Trainer vorgestellt: Robin Dutt: "Werder ist Euphorie pur!"