Unterschiedliche Reformideen
"Bildungspolitik braucht Mut und langen Atem, aber auch die Bereitschaft zur Analyse von eigenen Fehlern."
Täglich beteiligen sich mehr Menschen an unserem Schul-Check. Das freut uns sehr, danke! Und an all diejenigen, die noch nicht geschrieben haben: Nur zu! Jeder Eintrag ist wichtig. Mit jedem Eintrag wird das Bild vom Bremer Bildungswesen genauer.
Seit drei Jahren gibt es die Oberstufe an der GSO – inzwischen kann die Schule schon nicht mehr jeden Schüler aufnehmen. Die Gesamtschule Ost ist attraktiv – Klassengröße und Platz bestimmen die Grenzen.
Was lernen wir heute? Zum Beispiel, dass es Kritik an der Grundschulpädagogik gibt. Erst Druckschrift, dann Schreibschrift – "für die Kinder demotivierend und schlicht Zeitverschwendung", heißt es in einem Beitrag.
Immer wieder sind Stundenausfälle und die Personalausstattung der Schulen ein Thema. 95 ausgefallene Stunden in einem zehnten Schuljahr am Gymnasium hat eine Mutter beispielsweise errechnet – "ein unhaltbarer Zustand". Ein Vater schreibt: "Mir fehlt an der Schule die ausreichende individuelle Förderung der Schüler. Inklusion wird umgesetzt, aber auf Kosten der Schüler. Alles ein Zeichen der Auswirkung des Sparprogramms der Bildungsbehörde." Allerdings gibt es auch immer wieder Lob dafür, wie einzelne Schulen mit diesen Engpässen umgehen.
Wir lernen auch: Es scheint tatsächlich einige Schulen zu geben, bei denen sich die Schüler das große wie das kleine Geschäft lieber verkneifen. Was man verstehen kann, wenn man den Eintrag einer Schülerin liest: "Das Schulgebäude ist alt, besonders die Toiletten. Es kommt oft vor, dass keine Seife, kein Toilettenpapier oder Klobrillen vorhanden sind." Mit diesem Problem ist sie nicht alleine.
In der Debatte um die Bremer Bildungspolitik geht es, wenig überraschend, in vielen Beiträgen um’s Geld. Tenor, auch wenig überraschend: Bremen steckt zu wenig Mittel in die Bildung. Aber viele Beiträge gehen darüber auch weit hinaus. Da gibt’s beispielsweise Kritik daran, dass in manchen Grundschulen keine Noten gegeben werden, manche bemängeln, dass Kinder von Migranten angesichts ihrer Sprachkenntnisse zu wenig gefördert werden. Ein Vater allerdings erinnert auch an die Verantwortung der Eltern: "Ich habe über zwölf Jahre miterleben müssen, wie wenig sich Eltern für ihre Kinder interessieren. Die Anwesenheit auf Elternabenden beschränkte sich auf die Eltern, deren Kinder kaum, oder keine Probleme hatten. Die Anderen glänzten immer durch Abwesenheit."
Insgesamt haben uns sehr viele unterschiedliche Reformideen erreicht, über denen der Wunsch steht: "Bildungspolitik braucht Mut und langen Atem, aber auch die Bereitschaft zur Analyse von eigenen Fehlern."
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Ihre Durchschnittsnote für die Bremer Bildungspolitik
Wir haben Sie nach Ihrer Bewertung der bisherigen Bremer Bildungspolitik gefragt und Sie haben uns geantwortet. Daraus haben wir Ihre Durchschnittsnote errechnet. Mehr...
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Dossier: Schul-Check
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Vom 8. bis zum 19. April können Schüler, Eltern und Lehrer auf radiobremen.de über die Bremer Bildungspolitik diskutieren und sich am "Schul-Check" beteiligen. Wir wollen wissen, wo es gut läuft und wo der Schuh drückt. Mehr finden Sie hier im Online-Dossier!
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