Amtszeit von 1999 bis 2007
Für die schlechten Pisa-Ergebnisse bekam er quasi einen "Blauen Brief". Denn viele Bremer Schüler können nicht gut lesen und hinken auch in den naturwissenschaftlichen Fächern ein Schuljahr hinterher. Allein am Geld könne es aber nicht liegen, da ist sich der Senator sicher.
Die ersten Pisa-Ergebnisse fühlten sich für Willi Lemke wie ein "Blauer Brief" an
Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein ganz entscheidender ist sicher die mangelnde Chancengleichheit beim Start. Gerade in Stadtstaaten gibt es eine große Zahl von Kindern, die von zuhause nicht die Förderung und Unterstützung erhalten. Die Pisa-Tests haben auch offenbart, dass gerade in Bremen die Zahl dieser Kinder sehr groß ist.
Hinzu kommt, dass bei uns viele Schulen und Lehrkräfte sich über Jahre einem Vergleich nicht stellen wollten. Unter meiner Vorgängerin wurde z. B. ein Vergleichstest durch eine vorzeitige Veröffentlichung der Testfragen unmöglich gemacht.
Der erste Pisa-Test ist kurz nach meinem Amtsantritt durchgeführt worden. Ich war also der erste Senator, der aus den Ergebnissen Konsequenzen ziehen musste. Wir haben damals ein ganzes Bündel von Maßnahmen aufgelegt. Solche Maßnahmen können natürlich nicht postwendend Wirkung zeigen, das dauert Jahre. Ob alle Maßnahmen zielführend waren, müssen andere beurteilen.
Die Bildungssysteme in den Gewinner-Ländern sind sehr unterschiedlich. Ein pauschales Fazit kann man sicher nicht ziehen. Mich hat aber sehr das Siegerland Finnland beeindruckt. Hier hat Bildung in der Gesellschaft einen viel höheren Stellenwert. Die Kinder beginnen die Schulzeit deutlich besser vorbereitet als in unseren Stadtstaaten. Auch die Lehrkräfte genießen eine sehr hohe Wertschätzung. Dieser andere Stellenwert drückt sich auch finanziell aus, der Staat pumpt dort deutlich mehr Geld in die Bildung. Das ist der richtige Weg.
Die vorschulische Förderung muss weiter deutlich gestärkt werden. Dabei müssen Eltern, Erzieher und Lehrer noch enger zusammenarbeiten und gemeinsam für gute Startchancen der Kinder sorgen. In ihrer gesamten Schullaufbahn müssen die schwachen Schülerinnen und Schüler kontinuierlich und gezielt gefördert werden. Und das muss auch für die leistungsstarken SchülerInnen gelten.
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Schulsystem auf dem Prüfstand
Henning Scherf (SPD)
Der spätere Bürgermeister setzt darauf, die Kinder schon früh zu fördern. Dazu müssten Grundschulen und Kindergärten enger zusammenarbeiten. In seiner Amtszeit sei es ihm zwar nicht gelungen, die gegensätzlichen politischen Lager zu einem Kompromiss zu bewegen. Aber in den Schulen zähle am Ende, wie motiviert und qualifiziert die Lehrkräfte sind. Mehr...
Bringfriede Kahrs (SPD)
Erst nach ihrer Amtszeit nahmen Bremer Schüler am Pisa-Test teil und belegten seitdem immer die letzten Plätzen. Einen Grund sieht die ehemalige Senatorin in der schwierigen sozialen Situation der Großstädte. Mehr...
Horst von Hassel (SPD)
Hassel meint, dass sich Bremen mit der aktuellen Schulstruktur weit entfernt hat von den Zielvorstellungen der Jahre 1949 und 1975, von dem Bild einer gemeinsamen Schule, wie sie einer demokratischen Gesellschaft entspräche, frei von Aussonderung, getragen von dem Vertrauen, dass längeres gemeinsames Lernen allen zugute kommt. Mehr...
Moritz Thape (SPD)
Schulvergleich gab es in seiner Amtszeit nicht. Als er das Bildungsressort übernahm, ging es vielmehr um Schulneubauten und um die gleichen Chancen für alle Kinder. Ein längeres gemeinsames Lernen konnte sich aber in Bremen nicht durchsetzen. Mehr...
Kommentare Bildungspolitik
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Dossier: Schul-Check
![Leerer Klassenraum mit hochgestellten Stühlen [Quelle: Radio Bremen] Leerer Klassenraum mit hochgestellten Stühlen [Quelle: Radio Bremen]](/nachrichten/schule100_v-mediateaser.jpg)
Vom 8. bis zum 19. April können Schüler, Eltern und Lehrer auf radiobremen.de über die Bremer Bildungspolitik diskutieren und sich am "Schul-Check" beteiligen. Wir wollen wissen, wo es gut läuft und wo der Schuh drückt. Mehr finden Sie hier im Online-Dossier!
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