4. Dezember 2012, 11:49 Uhr
Astrium in Bremen
Das Raumfahrtunternehmen "Astrium" will in Bremen bis zu 70 neue Ingenieure einstellen. Diese sollen eine neue Variante der Ariane-5-Rakete entwickeln und testen. Vor eineinhalb Wochen hatte die Europäische Raumfahrtagentur "Esa" beschlossen, das nötige Geld für die Weiterentwicklung der Ariane 5 bereitzustellen.
Auch an den bisherigen Ariane-5-Modellen war das Bremer Astrium-Werk beteiligt.
Der Bremer Astrium-Chef Michael Menking sagte, die Jobs würden nicht sofort, sondern auf lange Sicht entstehen. Die neuen Mitarbeiter sollen die "Ariane-5-ME" bauen: Eine Rakete, die kräftiger ist als die bisherigen Ariane-Modelle. Sie könne bis zu zwölf Tonnen ins All transportieren und außerdem zwei Satelliten zugleich im Orbit aussetzen, weil ihr Antrieb mehrfach gezündet werden kann.
Am Rande des Astriums-Geländes am Bremer Flughafen sollen für die Entwicklung des neuartigen Raketentyps auch weitere Hallen entstehen. Zum Beispiel für die Produktion von Raketentanks. Dann müssten die riesigen Behälter nicht mehr aufwändig nach Bremen transportiert werden, sondern könnten hier gebaut werden.
Menking ist außerdem zuversichtlich, dass Astrium den Auftrag erhält, das Servicemodul für einen geplanten Mondflug der USA zu bauen. Das Mehrzweck-Raumschiff "MPCV" soll die amerikanische Kapsel "Orion" ins All bringen. Orion hat Platz für vier Astronauten. Ein unbemannter Testflug ist für das Jahr 2017 geplant. Bei der Entwicklung des Vehikels könnte Astrium auf seine Erfahrungen aus dem Bau der ATV-Raumfrachter zurückgreifen, die in Bremen entwickelt wurden. Diese "Automated Transfer Vehicles" dienen der Versorgung der internationalen Raumstation (ISS). 450 Millionen Euro soll das neuartige Gefährt kosten.
Die Hoffnung des Astrium-Chefs: Auch dieses Projekt könnte von Bremen aus gesteuert werden. Ein Vertrag zwischen der europäischen und der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa soll noch vor Ende des Jahres 2012 unterschrieben werden.
Milliarden für Raumfahrtstandort Bremen
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