21. Mai 2013, 20:06 Uhr
Millionen-Minus nicht aufgeführt
Abgeordnete der Bremischen Bürgerschaft haben kritisiert, dass die Geschäftsleitung des Flughafens Bremen Verluste aus dem Jahr 2012 nicht öffentlich gemacht hat. Politiker von Grünen und Linken zeigten sich über das Verhalten der Flughafen-Führung verwundert. Klaus-Rainer Rupp, Abgeordneter der Partei "Die Linke", sagte, die Öffentlichkeit habe ein Recht zu erfahren, wenn der Flughafen als städtischer Betrieb Verluste macht.
Der Flughafen Bremen ist in den zurückliegenden Jahren immer weiter gewachsen.
Für Rupp sei unverständlich, warum sich die Leitung des Flughafens verstecke. Schließlich sei die Perspektive des Flughafens durch das Defizit von 2,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr nicht gefährdet, so Rupp weiter. Ähnlich äußerte sich der Abgeordnete Ralf Saxe (Grüne) im Interview mit Radio Bremen. Der Pressesprecher des Häfensenators wollte das Verhalten der Flughafen-Spitze nicht kommentieren. In einer Bilanz-Mitteilung hatte das Unternehmen den Fehlbetrag im vergangenen Jahr nicht erwähnt.
Nach Radio-Bremen-Informationen hat der Flughafen Bremen im Jahr 2012 ein Minus von 2,8 Millionen Euro gemacht. Für das Jahr 2013 erwartet man dort einen Verlust von 1,7 Millionen Euro. Diese Zahlen standen aber nur in einer Vorlage für die Häfen-Deputierten im Februar dieses Jahres. In der Pressemitteilung des Flughafens vom April 2013 hieß es lediglich, insgesamt sei man mit dem Geschäftsjahr 2012 zufrieden. Von einem Fehlbetrag ist dort keine Rede.
Tatsächlich aber war das Defizit fast eine Million Euro höher ausgefallen als erwartet. Unter anderem, weil die Fluggesellschaften "Ryanair" und "Germania" einige Flugstrecken von und nach Bremen eingestellt hatten. Der Chef des Flughafens, Jürgen Bula, sagte, man komme dennoch ohne Zuschüsse der Stadt aus und tilge weiter Altschulden. Bremen habe unter den mehr als 20 deutschen Flughäfen im vergangenen Jahr das sechstbeste Ergebnis erzielt, so Bula weiter.
Millionen-Verluste blieben fast unbemerkt
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