22. Mai 2013, 7:20 Uhr
Bundespräsident in Bremen
Bundespräsident Joachim Gauck hat sich bei seinem Antrittsbesuch im Bundesland Bremen über die Folgen des verzögerten Ausbaus der Offshore-Windparks informiert. Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) sagte am Rande des Besuchs in Bremerhaven: "Gauck wird die Informationen nach Berlin mitnehmen und sie an die richtigen Stellen transportieren."
Gauck mit Mitarbeitern der Firma "Weserwind" in Bremerhaven.
Die Windbranche vermisse verlässliche Rahmenbedingungen von der Politik. "Die Verunsicherung hat dazu geführt, dass viele Investitionen aufgeschoben oder sogar abgebrochen worden sind", sagte Böhrnsen. Der Geschäftsführer des Spezialisten "Weserwind", Dirk Kassen, führte Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt durch eine Produktionshalle in Bremerhaven, in der Fundamente für die Windkraftanlagen auf See gebaut werden. Weserwind ist nach eigenen Angaben besonders stark von der Krise in der Branche betroffen. Anschlussaufträge gebe es kaum noch, so Kassen.
Lob für Bremerhavener Wandel
Zuvor hatten Gauck und Schadt das Klimahaus besichtigt. Der Bundespräsident sagte, er sei voller Respekt für die Stadt, die sich vom Untergang der Werften und den Problemen des Strukturwandels nicht habe entmutigen lassen. Stattdessen hätten Stadt und Land mutige Investitionen getätigt, etwa in den Bau des Klimahauses oder des benachbarten Auswandererhauses, sagte der 73-Jährige Politiker.
Gauck erkennt "Bremer Erfolge"
Anschließend fuhr Gauck nach Bremen, wo er sich im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt eintrug. Er sprach dem Zwei-Städte-Staat seine Anerkennung aus. "Wir wissen ja um die Finanzsituation des Landes", sagte der ehemalige Pastor und frühere Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen. Dennoch seien nicht nur Probleme, sondern auch Erfolge sichtbar.
Verdacht auf einen Sprengsatz: Alle Mitarbeiter mussten das Rathaus verlassen.
Anschaulich zeigte sich das im sozial schwierigen Ortsteil Tenever, den Gauck ebenfalls besichtigte. Zahlreiche Bewohner begrüßten den Bundespräsidenten mit lauten Applaus und schossen Fotos. Gauck informierte sich über die zahlreichen Projekte, mit denen die Bewohner die Situation in dem Problem-Viertel verbessern wollen. Jugendliche präsentierten das Boxhaus, in dem sie gemeinsam trainieren, sich aber auch bei den Hausaufgaben und Bewerbungen helfen. Auch das Mütterzentrum stellte sich vor, das unter anderem Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf hilft und Fortbildungen anbietet.
Kurz vor dem Eintreffen Gaucks hatte ein Sprengstoff-Verdacht im Rathaus für Aufregung sorgte. Nachdem ein Spürhund angeschlagen hatte, wurde das Gebäude geräumt und durchsucht. Kurz darauf gab es aber Entwarnung. Der Bremer Senat musste während des Bombenalarms übrigens seine wöchentliche Sitzung an einem ungewöhnlichen Ort abgehalten: Die Senatoren arbeiteten ihre Tagesordnung ungeplant in einem nahe gelegenen Café ab, weil das Rathaus für kurze Zeit geräumt war.
Aufruf zu mehr Engagement
Gauck zeigte sich beeindruckt von dem Einsatz der Menschen in Bremen. Abzuwarten, dass die Politik einem helfe, sei keine Lösung, sagte er. Stattdessen müsse jeder Bürger selbst aktiv werden. Zum Abschluss seines Besuchs gab es einen Empfang mit Bürgern, die sich ehrenamtlich engagieren. Als letztes Bundesland wird Gauck am 28. Mai offiziell Mecklenburg-Vorpommern besuchen, sein Heimatland.
Auf einen Tag mit: Joachim Gauck
Live-Blog zum Besuch des Bundespräsidenten
Joachim Gauck zu Gast in Bremerhaven, [3:25]
Gespräch Catharina Spethmann
Joachim Gauck in Bremen, [4:37]
Joachim Gaucks erster Besuch in Bremen und Bremerhaven, [3:01]
Streit um die Stadtautobahn 281
Seit fast 30 Jahren streiten Anwohner, Behördenvertreter und Politiker über den Weiterbau der Stadtautobahn 281. Hier eine Chronologie der jüngsten Ereignisse. Mehr...
Bremer Brechmittel-Prozess
Ein Bremer Arzt im Polizeidienst wurde zweimal für den zwangsweisen Brechmittel-Einsatz an einem mutmaßlichen Drogen-Dealer freigesprochen. Beide Urteile hat der Bundesgerichtshof kassiert. Jetzt befindet sich der Fall in der dritten Runde. Mehr...
Streitfall Weservertiefung
Obwohl die Hafenwirtschaft entlang des Flusses schon lange ungeduldig auf die ersten Bagger wartet, konnten die Richter am Bundesverwaltungsgericht noch keine Entscheidung fällen. Wir haben zusammengefasst, was dafür und was dagegen spricht. Mehr...
Rocker-Dossier
Die Rocker im Nordwesten stellen aus Sicht der Polizei eine permanente Gefahr dar. Denn sie sind in der organisierten Kriminalität aktiv. Ob dagegen Verbote helfen, die Schließung von Klubhäusern oder Razzien – die Experten sind sich nicht einig. Mehr erfahren Sie hier. Mehr...
Ein Haushalt mit Risiken
Finanzprobleme hat Bremen genug. Trotz aller Anstrengungen wächst der Schuldenberg weiter. Sparen ist also "oberstes Gebot". Trozdem fordern Politiker mehr Geld für Schulen und Krankenhäuser. Wie groß ist der Schuldendruck also wirklich? Mehr...
Recherche-Redaktion
Wo stimmt etwas nicht? Auf welches Thema möchten Sie uns hinweisen? Wo sollen wir nachhaken? Schreiben Sie an unsere Recherche-Redaktion – oder rufen Sie uns an. Mehr...
Jetzt läuft
Streit ums Grundwasser in Holdorf
Die Brunnen der Gemeinde Holdorf liefern den größten Teil des Wasserbedarfs der Region Vechta. Nun sollen noch mehr Brunnen noch mehr Grundwasser abpumpen. Viele Anwohner beklagen aber schon jetzt, dass ihre Felder vertrocknen und der Wasserspiegel ihres Badesees sinkt. Welche Folgen hat es, wenn immer mehr Grundwasser aus dem Boden gepumpt wird? Wir diskutieren live vor Ort. Mehr...
29. Mai, 15:05 Uhr | Nordwestradio
Info: Die Rundschau
Sendezeit:
Mo. - Fr., 7, 8, 12, 16, 17 Uhr
Info: Nordwestradio Journal
Sendezeit:
Mo., - Fr.,
6:05 - 9 Uhr
12:08 - 13 Uhr
17:08 - 18:30 Uhr
Sa.,
8:05 - 9 Uhr
12:05 - 13 Uhr
Podcasts
Hier können Sie die neuesten Politik-Beiträge hören – wann und wo Sie wollen. Mit einem Download auch so oft Sie wollen. Mehr...
Soziale Netzwerke
Sie finden Radio-Bremen-Nachrichten nicht nur hier, sondern auch bei Twitter, Facebook, Google Plus und Youtube. Mehr...
radiobremen.de für unterwegs
Unter "m.radiobremen.de" sind wir nun auch mobil abrufbar. Damit kommen wir vielen Internetnutzern entgegen. Testen Sie es einfach mal aus! Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Streit um Beratungsstelle: SPD-Fraktionschef will Rat und Tat-Zentrum erhalten
Gesetzesinitiative aus Bremerhaven: Hauseigentümer müssen Schrottimmobilien abreißen
Großauftrag für Satellitenbau: OHB und Astrium unterzeichnen Vertrag
Werder Bremen: DFB erteilt Robin Dutt die Freigabe