27. Mai 2013, 13:43 Uhr
Weniger Geld für Bremen
Die Stadt Bremen soll in Zukunft weniger von den Gewinnen der Wohnungsbaugesellschaft "Gewoba" erhalten. Die SPD-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft fordert, mit dem Geld künftig neue, billige Wohnungen zu bauen – vor allem mehr Studentenwohnungen. Die Bremer SPD hat das auf einer Klausurtagung in Wilhelmshaven beschlossen.
Die SPD-Fraktion verlangt jetzt ein Sonderprogramm. Die Gewoba soll in den kommenden zwei Jahren neue und vor allem günstige Wohnungen bauen. Dafür soll sie einen Teil ihrer Gewinne verwenden. Diesen musste sie bisher an Bremen abgeben. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte die Gewoba 34 Millionen Euro Gewinn gemacht. Davon hat die Stadt rund ein Drittel – also elf Millionen Euro – bekommen.
Außerdem sieht der Beschluss vor, dass die Behörden neue Bauvorhaben einfacher und schneller genehmigen. Gewoba und Stadt sollen darüber hinaus enger mit dem Studentenwerk zusammenarbeiten. So sollen Engpässe wegen fehlender Studentenwohnungen schneller erkannt werden. Erst kürzlich hatte der Senat ein sogenanntes Bündnis für Wohnen ins Leben gerufen. Den SPD-Abgeordneten in der Bürgerschaft reicht das offenbar noch nicht. Vor allem Wohnungen mit Mieten um 6,50 Euro pro Quadratmeter fehlen überall in der Stadt. Das hat eine Studie des Studentenwerks deutlich gemacht.
Die Oppositionsparteien in der Bürgerschaft sind dagegen, Gewinne der Gewoba direkt in die Schaffung neuer, billiger Wohnungen zu stecken. Von einem "Ablenkungsmanöver" sprach Bremens CDU-Landeschef Jörg Kastendiek. Man könne Geld nicht doppelt ausgeben. Schließlich habe die Landesregierung die Millionen-Überschüsse der Gewoba schon für den Bau des geplanten Offshore-Basishafen in Bremerhaven eingeplant. Kastendiek bezeichnete den SPD-Vorschlag als "unausgegoren und unseriös".
Die Linke findet es grundsätzlich positiv, wenn die Stadt günstigen Wohnraum schaffen will. Man müsse dafür an Geld zusammenkratzen, was nur gehe, so die wohnungspolitische Sprecherin der Linken, Claudia Bernhard. Allerdings reichten die geplanten Summen für ein solches Programm lange nicht aus. Die Linke fordert ein Sonderprogramm von 100 Millionen Euro, um billigen Wohnraum zu schaffen. An so viel Geld hatte die SPD allerdings nicht gedacht. Verhalten ist auch die Reaktion des grünen Koalitionspartners. Das Geld, das die SPD für ein neues Wohnungsprogramm ausgeben will, fehle an anderer Stelle, so ein Sprecher. Die SPD hätte einen Vorschlag gemacht, ohne zu sagen, wie er gegenfinanziert werden soll.
Die Gewoba gehört zu vier Fünfteln der Stadt. Von den Überschüssen bekommt Bremen einen großen Teil. Im Jahr 2012 waren das elf Millionen Euro.
SPD-Politiker sieht Fehler in Bremer Wohnungspolitik
Studentenwerk will mehr Wohnungen
Hohe Nachfrage, geringes Angebot
Mehr als elf Millionen Euro für Bremens Kassen
Günstig wohnen? Für Studenten schwierig!, [6:19]
Gewoba will Sozialwohnungen aufkaufen, [0:46]
Rundschau
Elektro-Autos: Bundesregierung glaubt weiter an Erfolg +++ Gesetz-Entwurf: Türkische Gemeinde präsentiert 19 Paragraphen zur Integration +++ Arbeitgeber-Erlaubnis: Robin Dutt darf Trainer von Werder Bremen werden
Rundschau vom 27. Mai, 17 Uhr
Streit um die Stadtautobahn 281
Seit fast 30 Jahren streiten Anwohner, Behördenvertreter und Politiker über den Weiterbau der Stadtautobahn 281. Hier eine Chronologie der jüngsten Ereignisse. Mehr...
Bremer Brechmittel-Prozess
Ein Bremer Arzt im Polizeidienst wurde zweimal für den zwangsweisen Brechmittel-Einsatz an einem mutmaßlichen Drogen-Dealer freigesprochen. Beide Urteile hat der Bundesgerichtshof kassiert. Jetzt befindet sich der Fall in der dritten Runde. Mehr...
Streitfall Weservertiefung
Obwohl die Hafenwirtschaft entlang des Flusses schon lange ungeduldig auf die ersten Bagger wartet, konnten die Richter am Bundesverwaltungsgericht noch keine Entscheidung fällen. Wir haben zusammengefasst, was dafür und was dagegen spricht. Mehr...
Rocker-Dossier
Die Rocker im Nordwesten stellen aus Sicht der Polizei eine permanente Gefahr dar. Denn sie sind in der organisierten Kriminalität aktiv. Ob dagegen Verbote helfen, die Schließung von Klubhäusern oder Razzien – die Experten sind sich nicht einig. Mehr erfahren Sie hier. Mehr...
Ein Haushalt mit Risiken
Finanzprobleme hat Bremen genug. Trotz aller Anstrengungen wächst der Schuldenberg weiter. Sparen ist also "oberstes Gebot". Trozdem fordern Politiker mehr Geld für Schulen und Krankenhäuser. Wie groß ist der Schuldendruck also wirklich? Mehr...
Recherche-Redaktion
Wo stimmt etwas nicht? Auf welches Thema möchten Sie uns hinweisen? Wo sollen wir nachhaken? Schreiben Sie an unsere Recherche-Redaktion – oder rufen Sie uns an. Mehr...
Jetzt läuft
Streit ums Grundwasser in Holdorf
Die Brunnen der Gemeinde Holdorf liefern den größten Teil des Wasserbedarfs der Region Vechta. Nun sollen noch mehr Brunnen noch mehr Grundwasser abpumpen. Viele Anwohner beklagen aber schon jetzt, dass ihre Felder vertrocknen und der Wasserspiegel ihres Badesees sinkt. Welche Folgen hat es, wenn immer mehr Grundwasser aus dem Boden gepumpt wird? Wir diskutieren live vor Ort. Mehr...
29. Mai, 15:05 Uhr | Nordwestradio
Info: Die Rundschau
Sendezeit:
Mo. - Fr., 7, 8, 12, 16, 17 Uhr
Info: Nordwestradio Journal
Sendezeit:
Mo., - Fr.,
6:05 - 9 Uhr
12:08 - 13 Uhr
17:08 - 18:30 Uhr
Sa.,
8:05 - 9 Uhr
12:05 - 13 Uhr
Podcasts
Hier können Sie die neuesten Politik-Beiträge hören – wann und wo Sie wollen. Mit einem Download auch so oft Sie wollen. Mehr...
Soziale Netzwerke
Sie finden Radio-Bremen-Nachrichten nicht nur hier, sondern auch bei Twitter, Facebook, Google Plus und Youtube. Mehr...
radiobremen.de für unterwegs
Unter "m.radiobremen.de" sind wir nun auch mobil abrufbar. Damit kommen wir vielen Internetnutzern entgegen. Testen Sie es einfach mal aus! Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Streit um Beratungsstelle: SPD-Fraktionschef will Rat und Tat-Zentrum erhalten
Großauftrag für Satellitenbau: OHB und Astrium unterzeichnen Vertrag
Klage auf Schadenersatz: EWE will 500 Millionen Euro von EnBW
Werder Bremen: DFB erteilt Robin Dutt die Freigabe