17. Mai 2013, 16:25 Uhr
Klimawandel in Bremerhaven
Der neue Weserdeich: zehn Millionen Euro hat das Renovierungsprojekt gekostet.
"Willy-Brandt-Platz" steht in großen Buchstaben auf der Wasserschutzmauer hinter dem Bremerhavener Zoo am Meer geschrieben. Auf dem schwarzen Asphalt leuchten in weiß groß gezeichnet Hornhecht, Seeskorpion und ein Schwarm Sprotten. Alles Weserfische, die hierzulande heimisch sind. "Sie sollen auf dem Platz einen gewissen Wiedererkennungswert geben“, sagt Landschaftsarchitekt Tobias Ussner. Auch in Sachen Komfort für Passanten haben er und seine Kollegen nachgebessert: Ungewöhnlich lange Bänke aus hellem Holz erstrecken sich auf dem Platz entlang der Uferpromenade. Soweit die Schönheitskorrekturen.
Grundlegender sind die Änderungen an der Struktur des Weserdeichs: Der Weserdeich ist knapp zwei Meter höher und circa 15 Meter breiter geworden. Wellen-Brems-Steine sichern die Passage vor Überschwemmungen. Der gesamte Abschnitt ist zum Weserstrandbad hin dicht gepflastert. Außerdem ist die Passage in ihrer Form verändert worden. Die seeseitige, schiefe Ebene ist jetzt deutlich länger. Zehn Millionen Euro hat das gesamte Umbauprojekt – Weser Strandbad, Willy-Brandt-Platz und Deich – gekostet. Vier Millionen zahlte der Bund, rund jeweils zwei Millionen das Land Bremen, die Europäische Union und die Stadt Bremerhaven. Warum die Neuerungen?
Bremerhaven muss sich auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten. Der Sprecher des Deichbeirats Bremerhaven, Horst Cordes, rechnet fest damit, dass die Hochwasserstände aufgrund der globalen Erwärmung steigen. Insbesondere Fluten und Sturmfluten könnten dafür sorgen, dass sich die Hochwasserstände von ehemaligen 6.40 Meter auf 8.80 Meter erhöhen.
Cordes sieht allerdings nicht nur im steigenden Hochwasser ein Problem. "Wir haben häufiger deutlich stärkere Stürme. Das haben wir seit etwa zehn Jahren messbar beobachtet", so Cordes. Er vermutet daher für die Zukunft auch einen höheren Wellenumschlag. "Es ist wichtig, dass die Kraft der Wellen vorher gebrochen ist, damit sie nicht mit voller Wucht auf den Deich knallen." Dadurch, dass der Deich jetzt breiter ist, hätten die Wellen länger Zeit, um auszulaufen. Müssen sich die Bremerhavener um ihre Sicherheit sorgen? Nach Meinung des Deichbeiratssprechers nicht – zumindest nicht in naher Zukunft. "Für mindestens die nächsten 50 Jahre reicht der Deich aus."
Erhöhung des Weserdeichs abgeschlossen
Hochwassergeschütztes Gebiet in Bremerhaven [PDF, 514 Kb]
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