11. Dezember 2012, 13:44 Uhr
Rundfunkbeitrag ab 2013
Ab 2013 gilt der Rundfunkbeitrag. Ob und wie viele Radios, Fernseher oder Computer in einer Wohnung vorhanden sind, spielt dann keine Rolle mehr. Im Interview erläutert Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger das neue Finanzierungsmodell von ARD und ZDF.
Radio Bremen: Warum gibt es ab 2013 einen Rundfunkbeitrag, statt der gewohnten Rundfunkgebühren?
Jan Metzger: Die frühere Gebühr wurde ja nach Geräten bezahlt: Hast Du ein Radio, hast du gezahlt – hast du einen Fernseher, hast du mehr gezahlt. Diese Geräteabhängigkeit hat in den letzten Jahren immer weniger funktioniert. Die Leute haben heute alle möglichen Apparate, mit denen sie Radio hören, Fernsehen sehen oder unsere Online-Angebote, zum Beispiel unsere Mediatheken, nutzen. Vieles kommt ja inzwischen übers Internet. Deswegen hat man gesagt: Wir müssen weg von dieser Orientierung auf die Empfangsgeräte. Die ändern sich sowieso dauernd. Eine Wohnung, ein Beitrag – das ist für alle Beteiligten viel einfacher und vor allem ist es auch zukunftsfähig.
Radio Bremen: Im Zusammenhang mit dem Rundfunkbeitrag war viel von Gebührengerechtigkeit die Rede. Sind die Diskussionen über dieses Thema nun ein für alle Mal vom Tisch?
Jan Metzger: Das wäre ein Wunder! Wahrscheinlich werden sie das nie sein. Da wird es diejenigen geben, die sagen: "Ich höre nur Radio und muss trotzdem den vollen Beitrag bezahlen" oder diejenigen, die sagen, "ich nutze nur meinen PC" oder "ich nutze überhaupt keine öffentlich-rechtlichen Angebote und muss trotzdem zahlen". Diese Debatten werden weitergehen – und trotzdem ist es ein großer Schritt in Richtung Gerechtigkeit: Alle, die vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk direkt oder indirekt etwas haben – vielfältige und unabhängige Information zum Beispiel, die wichtig ist für das Funktionieren unserer Demokratie – sollen auch zu dessen Finanzierung etwas beitragen. Außerdem wird Schwarzsehen jetzt schwierig und das ist ja auch ein Schritt in Richtung Gerechtigkeit: Dass nicht die einen zahlen und die anderen sich drücken.
Radio Bremen: Wird es jetzt teurer für uns?
Jan Metzger: Nein. Zumindest für die Jahre 2013 und 2014 bleibt es bei 17,98 Euro im Monat. Das sind dann immerhin sechs Jahre Beitrags-Stabilität bei steigenden Preisen. Danach wird die unabhängige Kommission KEF, die unseren Finanzbedarf prüft, sich die Sache anschauen: Wie viel rein gekommen ist, ob es mehr oder weniger geworden ist. Und dann wird man gegebenenfalls über Anpassungen ab dem Jahr 2015 reden.
Radio Bremen: Bekommen die Rundfunkanstalten denn künftig genauso viel Geld wie bisher?
Jan Metzger: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll durch die Umstellung nicht profitieren. Das ist der ausdrückliche Wunsch des Gesetzgebers. Würden wir mehr Geld bekommen, würde es uns auf die eine oder andere Weise wieder abgezogen. Würden wir durch das neue Modell weniger bekommen, müsste das allerdings auch ausgeglichen werden.
Der neue Rundfunkbeitrag ab 2013
Radio Bremen: Wir bekommen ja Unterstützung von den anderen Rundfunkanstalten. Bleibt es dabei?
Jan Metzger: Dabei muss es bleiben. Nordrhein-Westfalen zum Beispiel hat knapp 18 Millionen Einwohner, die alle den Rundfunkbeitrag bezahlen. Entsprechend viel Geld bekommt der WDR. Wir haben 660.000 Einwohner, die hoffentlich auch alle den Beitrag bezahlen. Das heißt, unser Topf ist von vornherein sehr viel kleiner als der einer großen Landesrundfunkanstalt. Radio, Fernsehen und Internet kosten aber überall das Gleiche. Unsere Kosten sind also nicht geringer als die der großen Sender. Trotzdem haben wir nur einen Bruchteil des Budgets. Deshalb muss es beim ARD-internen Finanzausgleich bleiben. Wir verhandeln derzeit darüber, wie dieser sich weiter entwickeln soll. Denn wir brauchen einen größeren Anteil am Beitrags-Aufkommen, um unser Programm-Angebot für das Land Bremen aufrecht zu erhalten. Ob die Brüder und Schwestern in der ARD bereit sind, Radio Bremen mehr abzugeben, das wird auch davon abhängen, wie das neue Beitragsmodell läuft.
Der neue Rundfunkbeitrag, [2:56]
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