9. Februar 2010, 12:29 Uhr
Anstieg um zehn Prozent
Der Anteil von Frauen in Spitzenpositionen im öffentlichen Dienst in Bremen ist in den letzten zehn Jahren um etwa zehn Prozent gestiegen. Das ist ein Ergebnis eines Berichts, den der Bremer Senat jetzt vorgestellt hat. Darin wird überprüft, wie gut das Landesgleichstellungsgesetz bisher in Bremen umgesetzt wurde. Nach dem Bericht mit Zahlen bis zum Jahr 2008 hat sich auch der Anteil von Frauen in einigen von Männern dominierten Berufen erhöht. Zum Beispiel bei der Polizei. Dort arbeiten mittlerweile fast 50 Prozent Frauen. Das sind dreimal soviele wie vor 15 Jahren, erklärt Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne).
Auch der Anteil von Frauen in der Fort- und Ausbildung sei auf fast 60 Prozent angestiegen, so Linnert. "Der positive Trend der letzten Jahre setzt sich fort. Die Frauen holen weiter auf", so die Finanzsenatorin. Gleichstellungsbeauftragte im Land Bremen sehen die Zahlen kritischer: Der Bericht zeige auch Defizite, sagte die Bremer Landesbeauftragte für Frauen, Ulrike Hauffe. "Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch deutlich weniger als Männer. Diese Zahlen tauchen aber nicht im Bericht auf."
Laut Bericht waren im Jahr 2008 rund 44 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt. Im Jahr 2006 waren es hier nur 38 Prozent. Laufbahnen in der Gesundheitspflege, Erziehung und Betreuung werden noch immer bevorzugt von Frauen eingeschlagen. In Bereichen, die bisher vorwiegend von Männern ausgewählt wurden (zum Beispiel Vollzugsdienst und technisches Personal) steigen die Zahlen von Frauen nur langsam an. Linnert forderte die Männer auf, sich auch für Erziehungs- und Gesundheitspflegeberufe zu interessieren, um dort die fehlenden männlichen Bezugspersonen zu bekommen.
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