2. Februar 2010, 12:11 Uhr
Tarifverhandlungen in Bremen
In Bremen läuft die zweite Verhandlungsrunde über einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten des Gesamthafenbetriebsvereins (GHB). Ein Ergebnis erwarten die Vertreter der Gewerkschaften am Dienstag allerdings noch nicht. Mehr als 300 Hafenarbeiter demonstrierten am Vormittag vor dem Verhandlungsort in Bremen. Die Stimmung der Arbeiter wird immer gereizter. Zwar gilt für die Tarifverhandlungen die Friedenspflicht. Doch der Ruf nach Streiks wurde während der Demonstration deutlich häufiger laut als noch bei der ersten Verhandlungsrunde Mitte Januar 2010.
Tarifverhandlungen für den GHB in Bremen, [0:54]
Beim GHB sind nach massiven Entlassungen im vergangenen Jahr noch etwas über 1.000 Arbeiter beschäftigt, die nach Bedarf an die Umschlagsfirmen ausgeliehen werden. Aktuell versucht die BLG Logistics Group, für neue Mitarbeiter beim Umschlag von Automobilen eine deutliche Lohnkürzung durchzudrücken. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft ver.di, Klaus Lindner, sagte, dass seine Gewerkschaft für die Beschäftigten des Gesamthafenbetriebsvereins eine Besitzstandslösung fordert: Allenfalls für neue Kollegen seien geringe Löhne hinnehmbar, so Lindner.
Die Arbeiter befürchten, dass die Hafenwirtschaft die Wirtschaftskrise als Vorwand nutzt, um Niedriglöhne durchzusetzen. Sie verweisen auf das Hafenumschlagsunternehmen BLG, das hausintern für neue Fahrer auf dem Auto-Umschlags-Terminal in Bremerhaven einen Stundenlohn von neun Euro eingeführt hat. Die Arbeiter haben Angst, dass diese neun Euro bald auch für die Leiharbeitsfirma des Hafens, den Gesamthafenbetriebsverein (GHB), gelten. Dessen Fortbestehen sei dann gefährdet, hieß es.
Für die Hafenarbeiter ist es außerdem nur eine Frage der Zeit, bis die anderen Hafenunternehmen nachziehen. Die Gewerkschaft fordert daher, sich nach den bestehenden Tarifverträgen zu richten und den GHB zu erhalten. Ein Sprecher der BLG wies den Vorwurf des Lohndumpings zurück. Die neun Euro Stundenlohn sollten nicht für alle Arbeiter gelten, sondern nur für neue Fahrer auf dem Terminal. Der GHB müsse allerdings zu flexibleren Arbeitszeiten bereit sein.
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