23. November 2011, 6:29 Uhr
Multiresistente Keime in Bremen
Die Hygiene-Standards im Bremer Klinikum Mitte werden jetzt von weiteren Experten unter die Lupe genommen. Zwei Fachärzte vom Freiburger Beratungszentrum für Hygiene sollen kontrollieren, ob die bisher geltenden Reinigungs- und Desinfektionspläne auf dem neusten Stand sind. Hintergrund ist die Infektionswelle auf der Intensivstation für Frühgeborene.
"Es geht darum, aus Fehlern zu lernen", sagt eine Kliniksprecherin zum Einsatz der Hygiene-Experten.
23 Babys sind mit einem Keim in Berührung gekommen, drei waren daran gestorben. Die Opposition in der Bremischen Bürgerschaft kritisiert die Überprüfung der Hygiene-Standards. Die CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft bezweifelt den Nutzen dieser Untersuchung. Hygieneverordnungen seien zwecklos, wenn die Mitarbeiter diese aus Zeitmangel nicht einhalten können, so Reiner Bensch. Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion wundert sich außerdem darüber, dass die Klinik weitere Fachleute mit Untersuchungen beauftragt, obwohl das Berliner Robert-Koch-Institut seinen Bericht über die Ursachen der Infektionswelle noch nicht veröffentlicht hat.
Eine Kliniksprecherin erklärte dazu, dass die Freiburger Ärzte nicht den Keim-Ausbruch untersuchen werden, sonder sich grundsätzlich mit den Hygiene-Regeln beschäftigen. Insbesondere auf der Kinderklinik und der Station für Frühgeborene. Die Klinik geht davon aus, dass hier in Zukunft noch strengere Hygiene-Standards gelten werden. In Gesprächen mit Mitarbeitern würde analysiert und beraten, was anders gemacht werden muss. Die Experten, die von der Klinik angefordert wurden, sollen zwei Tage in Bremen sein. Anschließend würden sie auch bei der Umsetzung der Verbesserungen helfen.
Dossier: Keime in Bremer Klinik
Kinderklinik schaltet Hygiene-Institut ein, [1:13]
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