13. Juli 2012, 11:14 Uhr
Attraktion als Ärgernis
Das umstrittene Bremerhavener Luftkissenboot darf nicht mehr im Bereich der Havenwelten fahren. Nach nur einer Woche Betrieb hat die Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen dem Betreiber verboten, weiterhin von der Seebäderkaje aus Touristen zu befördern. Das Luftkissenboot sei zu laut und belästige Anwohner und Besucher.
Der Betreiber muss sich einen neuen Anleger und eine neue Route suchen.
Wie laut das Boot wirklich ist, hat bisher niemand gemessen. Aber rein subjektiv sei es viel lauter als gedacht, so die städtische Entwicklungsgesellschaft. Die Dauerbelastung sei den Anwohnern nicht zuzumuten. Der Betreiber des Bootes, Volker Flöder, zeigte sich enttäuscht von der Anordnung. Den Behörden sei von Beginn an klar gewesen, dass sein Luftkissenboot von zwei Flugzeugmotoren betrieben werde. Flöder will nun nach einem neuen Standort in Bremerhaven suchen. Auch bei einem Ortswechsel mache er sich um die Wirtschaftlichkeit seiner Fahrten keine Sorgen. Die Nachfrage in den ersten Betriebstagen sei sehr hoch gewesen, sagte Flöder.
Am Donnerstag hatte das Bremerhavener Umweltschutzamt sich mit dem Luftkissenboot beschäftigt und die Weiterfahrt grundsätzlich erlaubt, wenn unter anderem Nistplätze für Vögel nicht beeinträchtigt werden. Naturschützer und Anwohner hatten sich über zu viel Lärm beklagt. Ein Gutachten soll klären, ob die Lautstärke des Bootes Menschen und Tiere gefährdet.
Statt neuer Attraktion nur neuer Streit: Das Luftkissenboot ist vielen zu laut.
Das Luftkissenboot soll eine neue Touristenattraktion in Bremerhaven werden. Kurz nach Betriebsaufnahme gab es aber bereits Beschwerden von Anwohnern. Auch die städtische Wirtschaftsförderung sagte, das 250 PS starke Fahrzeug sei zu laut. Offenbar haben die Behörden im Vorfeld Richtlinien zum Lärm beziehungsweise zum Naturschutz nicht beachtet. Der Zoo am Meer fürchtet wegen des Krachs um die Gesundheit seiner Tiere – ein Rechtsstreit ist nicht ausgeschlossen. Das Luftkissenboot fährt zudem in einem von der EU ausgewiesenen Naturschutzgebiet. Auch hier soll geprüft werden, ob das rechtens ist. Warum sich die Behörden erst jetzt – gut eine Woche nach dem Start des Fahrbetriebs – einschalten, überrascht Betreiber Volker Flöder. Er habe allen Beteiligten angeboten, sich das Boot vorher anzusehen – und anzuhören. Das Wasser- und Schifffahrtsamt hat den Betrieb genehmigt. Sicherheitsbedenken gab es nicht.
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