2. November 2012, 8:31 Uhr
Start mit Umleitungen
Seit Donnerstag fließt Erdgas durch die Nordeuropäische Erdgasleitung (NEL) bis nach Rehden im Landkreis Diepholz. Die Pipeline kommt aus Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern und führt durch Niedersachsen. Sie ist angeschlossen an die Ostseepipeline, die russisches Gas nach Deutschland bringt. Eine Milliarde Euro hat der Bau gekostet.
Während der Bauarbeiten für die NEL zog sich ein gut sichtbarer Streifen durch Niedersachsen.
Die Leitung ist rund 440 Kilometer lang und soll künftig jährlich bis zu 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportieren. Das entspricht rund einem Fünftel des jährlichen Verbrauchs in Deutschland, hieß es. Allerdings gehe die Leitung zunächst nur mit 20 Prozent ihrer Kapazität in Betrieb. Seit Mitte Oktober fließt bereits Gas durch die NEL – allerdings nicht überall.
Um Winsen (Luhe) und Stelle bei Hamburg hatten Anlieger mit Erfolg geklagt – die Leitung muss hier nun mit mehr Abstand an den Wohnorten vorbeigeführt werden, so dass die Bauarbeiten verzögert werden. Hier läuft derzeit noch das Genehmigungsverfahren. Bis zur Fertigstellung im Herbst 2013 wird das sibirische Gas über bereits bestehende Leitungssysteme umgeleitet und trifft erst bei Achim im Landkreis Verden wieder auf die neue Leitung. Von dort geht es weiter bis nach Rehden – hier befindet sich der größte Erdgasspeicher Europas mit Anschlüssen an weitere Pipelines.
Nur etwas mehr als ein Jahr dauerte der Bau der NEL – von der Ostsee bis in den Landkreis Diepholz.
Der Bau der Leitung hat bislang etwa 15 Monate gedauert. Dazu erforderlich waren aufwändige Ingenieursarbeiten, wie die Unterquerung der Elbe. Im Vorfeld wurde der Trassenverlauf auf archäologische Funde überprüft. Zu den zahlreichen Entdeckungen gehört unter anderem der sogenannte Goldschatz von Syke mit mehr als 3.000 Jahre alten Schmuckstücken.
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