27. Januar 2012, 12:19 Uhr
Probleme bei der EWE
Bremen will, dass der Energieversorger SWB ein selbständiges Unternehmen bleibt. Das erklärte Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) am vergangenen Freitag nach einem Krisengespräch mit SWB-Betriebsräten. Hintergrund: Die Oldenburger Konzernmutter EWE befindet sich in einer finanziellen Schwierigkeiten. Jetzt geht es auch um Arbeitsplätze in Bremen.
Ob der SWB-Standort Bremen erhalten bleibt, ist derzeit nicht geklärt.
Günthner sieht Bremen in einer guten Verhandlungsposition gegenüber der EWE. Offiziell sei der Senat noch gar nicht über die Sparpläne des Oldenburger Unternehmens informiert worden. Anders der Betriebsrat: Dem wurden vor einigen Tagen Pläne zur Sanierung der finanziell angeschlagenen EWE präsentiert. Diese sehen unter anderem die Eingliederung der SWB-Verwaltung in den Konzernsitz in Oldenburg vor. Nach Angaben des SWB-Konzernbetriebsratschefs Peter Marrek stehen für diesen Fall mehrere hundert Arbeitsplätze in Bremen auf dem Spiel.
Was wird aus der Bremer SWB?, [4:19]
Günthner sichert Beschäftigten Unterstützung zu
Die geschlossenen Verträge sicherten der SWB ihre Eigenständigkeit, sagte Günthner. "Ich habe keine Zweifel, dass auch EWE zu den Verträgen steht", so der Senator nach dem Treffen mit den SWB-Beschäftigten, die ins Bremer Rathaus gekommen waren. Er verprach, der Senat kämpfe an der Seite der Beschäftigten. Bei der SWB in Bremen arbeiten rund 2.500 Menschen. Die Oldenburger EWE beschäftigt fast 8.500 Mitarbeiter.
SWB-Betriebsrat und Senat Hand in Hand, [1:30]
Rund 20 Millionen Euro weniger für Bremen
Die EWE will das Unternehmen neu strukturieren, um Kosten zu sparen. Der Umbau würde dem Vernehmen nach Arbeitsplätze an beiden Standorten – Bremen und Oldenburg – betreffen. Der Standort Bremen des Energieversorgers SWB ist deswegen möglicherweise nicht dauerhaft sicher. Bei einer Verlagerung würde auch der so genannte Steuersitz von Bremen nach Oldenburg umziehen. Damit würde Bremen pro Jahr rund 20 Millionen Euro weniger Steuern einnehmen.
Nach Recherchen von Radio Bremen hat die EWE die Möglichkeit, ihrer Tochter SWB die rechtliche Selbstständigkeit zu nehmen. Zwar garantiert die EWE in den Verträgen, dass das Bremer Unternehmen dauerhaft als selbstständige Tochter mit Firmensitz in Bremen geführt wird. Allerdings kann die EWE aus dieser Pflicht aussteigen, zum Beispiel wenn die SWB nicht weiter die Versorgungsnetze in Bremerhaven und Bremen betreibt. Diese Konzessionen laufen in den kommenden zwei Jahren aus.
Stellenabbau bei SWB und EWE?
Oldenburger Energieversorger in der Krise
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