26. Januar 2012, 11:11 Uhr
Umbau des EWE-Konzerns
Bremen will sich dafür einsetzen, dass bei der SWB keine Arbeitsplätze gestrichen werden. Das sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) zu Radio Bremen. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die finanziellen Schwierigkeiten des EWE-Konzerns möglicherweise weitreichende Folgen für die Zusammenarbeit mit der SWB in Bremen haben.
Um Kosten zu sparen, plane man eine neue Unternehmensstruktur. Das sagte EWE-Sprecher Daniel Waschow zu Radio Bremen. Davon betroffen sind die Standorte Oldenburg und Bremen. Beschlossen sei, dass die bisherigen drei Holdings (die EWE AG, die EWE Energie AG und die Bremer SWB AG) unter einem Dach mit Sitz in Oldenburg zusammengefasst werden. Diese Struktur werde vor allem Arbeitsplätze bei der Bremer Konzerntochter SWB kosten, befürchtet der SWB-Betriebsrat. Dem widersprach der EWE-Sprecher. Es sei noch nichts entschieden und es werde ein faires Auswahlverfahren geben. Betroffen wären demnach in erster Linie Jobs in der Verwaltung. Die SWB beschäftigen zur Zeit zirka 2.500 Menschen.
Mitte 2013 soll die Strukturreform umgesetzt werden, so Waschow. Wie viele der insgesamt mehr als 8.000 EWE-Arbeitsplätze wegfallen werden, sei noch völlig offen, so der Konzernsprecher. Der Arbeitsplatzabbau soll sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen von statten gehen, so Waschow.
Bremens Wirtschaftssenator Günthner (SPD) verweist auf einen Vertrag mit der Stadt. Im Zuge der Übernahme der SWB durch den EWE-Konzern war darin unter anderem ein Verzicht auf den Abbau von Arbeitsplätzen vereinbart worden. Günthner sagte, die SWB sei "kerngesund". Die geplante Umstrukturierung dürfe deshalb nicht zu Lasten des Standortes Bremen gehen. In Gesprächen mit der EWE-Führung will sich der SPD-Politiker jetzt für die Beschäftigten in Bremen einsetzen.
Was wird aus der Bremer SWB?, [4:19]
Die SWB ist seit Oktober 2009 eine fast hundertprozentige Tochter der EWE. Was damals als "enge Kooperation" von zwei "starken Unternehmen" geplant war, könnte jetzt zu einer Fusion auf allen Ebenen werden. Die Rating-Agentur "Moodys" hatte am Mittwoch die Kreditwürdigkeit der EWE herabgestuft. Moodys zitierte die schwierigen Bedingungen für Energieunternehmen in Deutschland im Zeichen des Atomausstiegs.
Durch die Neubewertung wird es teurer für das Unternehmen, neue Kredite aufzunehmen. Probleme bereitet dem EWE-Konzern außerdem der geplatzte Verkauf des Anteilspaketes an dem drittgrößten deutschen Gasimporteur ENBW. Die EWE AG hatte in der vergangenen Woche ihre Prognose für 2011 gekippt. Der Vorstand geht nun von einem negativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern im niedrigen dreistelligen Millionenbereich aus. Eigentlich war hier ein Plus erwartet worden.
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