21. September 2012, 12:48 Uhr
Jade-Weser-Port
Deutschlands erster Tiefwasserhafen nimmt am Freitag offiziell seinen Betrieb auf: der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven. Für die Bundesländer Bremen und Niedersachsen ist es ein Jahrhundertprojekt. Zur feierlichen Eröffnung wird am Nachmittag neben den beiden Regierungschefs Jens Böhrnsen (SPD) und David McAllister (CDU) auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) erwartet.
Warten auf den großen Einsatz: Containerbrücken an der Kaje des Jade-Weser-Ports.
650 Millionen Euro investieren beide Länder in ihren gemeinsamen "Megahafen". Hier können Schiffe mit bis zu 16,5 Metern Tiefgang tideunabhängig fahren, denn das Jade-Fahrwasser ist 18 Meter tief. Damit kommt der Hafenbetreiber, die Bremer Terminal- und Logistikgruppe Eurogate, den Reedern entgegen: Denn die setzen weltweit immer größere Containerschiffe mit immer mehr Ladung ein.
Massive Bauschäden an der Kaje hatten dazu geführt, dass die Eröffnung um anderthalb Monate verschoben werden musste. Die Ursache für mehrere Hundert Risse in der Kaimauer wird immer noch gesucht.
Die weltgrößte Reederei Maersk wird am Nachmittag erster Kunde im neuen Hafen. Sie hat die knapp 300 Meter lange "Maersk Laguna" nach Wilhelmshaven geschickt, deren Ladung symbolisch gelöscht wird. An der neuen Kaje liegt seit fast zwei Wochen bereits der Unglücksfrachter "Flaminia", der nächste Woche entladen werden soll.
Ideal ist der Zeitpunkt für die Inbetriebnahme nicht: Die Weltwirtschaft hat sich abgekühlt, die großen Reedereien transportieren weniger Güter über die Meere. Eurogate rechnet entsprechend konservativ. Verluste in den ersten Jahren sind einkalkuliert, mit einer Vollauslastung rechnet der Hafenbetreiber erst in zehn Jahren.
Auch an den wichtigsten deutschen Nordseehäfen, Hamburg und Bremerhaven, verfolgt man den Start des Jade-Weser-Ports aufmerksam. Befürchtungen, Reedereien könnten Linien nach Wilhelmshaven abziehen, teilt Eurogate-Chef Emanuel Schiffer nicht. Der neue Hafen sei eine Ergänzung und keine "Konkurrenz" zu den anderen deutschen Containerhäfen.
Hintergrund: Zankapfel Jade-Weser-Port
Chronologie: Ein Hafen entsteht
Dossier: Tiefwasserhafen der Superlative
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